Kunst in der Kirche - unter diesem Motto ist am vergangenen Freitagabend die dritte Ausstellung des Büdener Mauritiusvereines in der gleichnamigen Kirche der Ortschaft eröffnet worden. Der Zerbster Künstler Klaus Fezer präsentiert hier bis Mitte September seine Werke.

Büden l Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das seit den 80er Jahren nach einem Brand als Gotteshaus aufgegebene Bauwerk einer neuen Nutzung zuzuführen. Nachdem in den Jahren zuvor unter provisorischsten Bedingungen heimelige Christmetten und Krippenspiele durchgeführt werden konnten, ist nach umfangreichen Sicherungs- und Instandsetzungsmaßnahmen auch ein Kunstangebot in den Sommermonaten möglich. Seit Freitag zeigt der Zerbster Künstler Klaus Fezer hier einen Querschnitt seiner Werke.

Fezer bedient mehrere Genre und bewegt sich ungezwungen im Kunstgeschehen: Als (inzwischen pensionierter) Lehrer und Kunsterzieher konnte er stets das malen, was er wollte, ohne auf kommerziellen Erfolg angewiesen zu sein. Den hatte er dennoch.

Das Gründungsmitglied der Magdeburger Künstlergruppe "Gruppe 90" kann auf etliche Ausstellungsbeteiligungen verweisen, in der Region ebenso wie im Ausland, etwa der Tschechoslowakei oder in Mexiko.

In Büden zeigt er zwei Themenschwerpunkte: Genremalerei, die den Menschen zum Thema hat und die in Farbe und Grafik umgesetzte Malerei sowie Landschaftsmalerei. Etwa sind in Büden Bilder zu sehen, die bei einem Kunstprojekt der "Gruppe 90" während eines Orgelkonzertes in der Menzer Kirche entstanden.

Zu sehen sind Ölbilder, Fezer bedient sich jedoch auch der wesentliche älteren Technik der Ei-Temperamalerei, setzt sich aber auch mit anderen Materialien auseinander, lässt Grafik und Farbe verschmelzen.

Künstler lässt den Betrachter nicht alleine

"Denken in Farben Formen" hat Fezer seine Bilderschau genannt, doch der Künstler lässt den Betrachter seiner abstrahierten Bilder bei diesem Denken nicht alleine: Es gibt Titel, die richtungsweisend sind. Bei der Vernissage in Büden gibt es zudem erklärende Worte zu einigen der aufgehängten Bilder. Ein 15-minütiges Video gibt zusätzliche Erläuterungen zur Arbeitsweise des Künstlers: "Ich mache keine Vorzeichnungen sondern gehe gleich grob mit der Farbe auf die Leinwand", verrät Fezer den Gästen der Ausstellung. Da wird mit grobem Pinsel Farbe aufgetragen und nicht selten mit dem Lappen erst einmal genau so viel Farbe wieder weggenommen: "Ich kenne das Ziel, aber der Weg ist immer wieder neu. Das ist das Spannende an meiner Bildgestaltung."

Man muss schon nah an die Bilder herangehen, um Details zu erkennen, wieder einen Schritt zurückgehen, um Zusammenhänge des Erkannten zu erfassen und eine Weile nachdenken ... Dann aber wird durchaus klar, warum Fezer etwa eine Komposition in Grün, bestehend aus drei viereckigen und drei runden Bildern, die an Adam und Eva im Paradies erinnert, "Schöner Garten" genannt hat: "Auch der Garten, in dem die Menschen nach der Vertreibung gelandet sind, muss geschützt werden", gibt Fezer zu bedenken.

Nicht anders halten es die Macher der Kulturveranstaltungen in Büden seit zwei Jahren. Sie haben das in den 80er Jahren abgebrannte Gotteshaus wiederbelebt. Ausdrücklich nicht als Gotteshaus, aber auch als Raum für Krippenspiele und Andachten. Größeres Gewicht aber hat die Kunst in dem Verein um Birgit Jerems, Markus Iser, Bernd Zierau un dall den anderen Mitstreitern.

Nach Ausstellungen mit Bildern von Markus Iser und den Kunststudentinnen der Weimarer Bauhausuniversität, Johanna Zierau und Anna Heyde, ist es die dritte Ausstellung in der Mauritiuskirche. Es wird nicht die letzte sein. Bedingt durch die Unbeheizbarkeit der Kirche werden die nächsten Kunstgenüsse aber wohl bis zum kommenden Sommer auf sich warten lassen.

Umrahmt war die Kunstausstellung in Büden von musikalischem und feurigem Esprit: Der Saxophonist Frank Schöpke improvisierte im Chorraum der Kirche, und mit Einbruch der Dunkelheit sorgten die Feuerkünstler des Ensembles Flying Sparks, bestehend aus Jan H. Jerems, Christina Wild, Alexander Progatzky und Ronny Gerlach, für knisternde Lichteffekte vor der Kirche.

Noch bis Mitte September ist die aktuelle Ausstellung in der Büdener Mauritiius-Kirche immer sonntags in der Zeit von 14.30 bis 16.30 Uhr für interessierte geöffnet.

Mit der Ausstellung wurde auch das Dorffest von Büden eröffnet.

Über diese Veranstaltung lesen Sie mehr in einer der kommenden Ausgaben.

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