Chrsitine Delau (29) verstärkt seit einiger Zeit die Drogen- und Suchtberatungsstelle in Burg. Sie soll zukünftig als Beraterin fungieren, übernimmt momentan aber noch Präventionsaufgaben, vor allem in Schulen. Die Vergrößerung des Teams ist notwendig, denn die Anzahl der Klienten nimmt immer weiter zu.

Burg/Genthin l Offen sein, Empathiegefühl besitzen und flexibel auf bestimmte Situationen reagieren können, so beschreibt Christine Delau die Eigenschaften, die es braucht, um ihre Aufgaben in der Drogen- und Suchtberatungsstelle (Drobs) in Burg gerecht zu werden. Seit dem 1. Mai arbeitet sie in der Kreisstadt. "Die Anzahl unserer Klienten nimmt zu, deshalb haben wir auch unser Team erweitert", erklärt Jan Eiglmeier, Einrichtungsleiter der Paritätischen Beratungsstelle in Burg.

Das beweisen auch die Zahlen. 572 Klienten mit eigener Suchtproblematik wurden im vergangenen Jahr beraten. Allein in Burg haben die Crystal-Meth-Konsumenten von neun im Jahr 2012 auf bereits 47 bis Oktober des noch laufenden Jahres rasant zugenommen. "Menschen, die Crystal Meth nehmen, benötigen unsere Hilfe noch kontinuierlicher als die Konsumenten anderer Substanzen", erklärt Eiglmeier.

Eine Präventionskraft wäre eine gute Hilfe

Christine Delau ist allerdings nicht nur auf Suchtkrankheiten, sondern auch auf Essstörungen spezialisiert. Studiert hat die 29-Jährige Soziale Arbeit und Sozialwissenschaften. Momentan ist sie viel an Schulen unterwegs und leistet Präventionsarbeit, vor allem in den Klassen fünf bis neun. "Die Erfahrung zeigt, dass schon in jungen Jahren der Weg in ein drogenfreies Leben geebnet werden kann", erklärt Delau und fügt hinzu: "Bei der Arbeit mit den jungen Schülern stehen Konfliktlösung und Kommunikation im Vordergrund."

Um ältere Jugendliche auf die Gefahren von Alkohol- und Drogenkonsum aufmerksam zu machen, hat die gebürtige Gardelegenerin ihre eigenen Strategien. So ermittelt sie gemeinsam mit den Schülern, wie viel Alkohol in verschiedenen Getränken enthalten ist oder zeigt ihnen mithilfe eines Simulators die Auswirkungen eines Rauschzustandes.

Ziel der Suchtberater ist es, wöchentlich an mindestens einer Schule im Jerichower Land Suchtprävention anzubieten. "Wir benötigen unbedingt noch eine Präventionskraft, um den weiter ansteigenden Nachfragen auch gerecht werden zu können", erklärt Andreas Fehrecke von der Drogen- und Suchtberatungsstelle Genthin. Delau ergänzt: "Eine Suchtpräventionskraft wäre eine enorme Verbesserung für den Landkreis." Dann könne sich Delau mehr auf die Beratungen konzentrieren. "Die jetzige Verstärkung ist schon sehr gut und sehr wichtig, reicht aber für die Zukunft nicht aus", so Fehrecke.

Prinzipien: freiwillig, kostenlos, anonym

Sowohl die Beratungsstellen in Burg als auch in Genthin gehören zum Paritätischen Sozialwerk Behindertenhilfe. Insgesamt wurden im vorigen Jahr 698 Fälle (sowohl Klienten mit eigener Suchtproblematik als auch Angehörige) betreut. Nach wie vor ist Alkohol die Droge Nummer 1, gefolgt von Cannabis und Stimulanzien.

In der Beratungsstelle gelten weiterhin die Prinzipien "freiwillig, kostenlos, anonym", so Eiglmeier. Auch ein Grund der steigenden Klientenzahl: "Seit wir in der Bahnhofsstraße sitzen, kommen noch mehr Menschen zu uns. Die Angebote im Gebäude wie das Sozialkaufhaus und die Apotheke im Erdgeschoss bieten unseren Klienten zusätzliche Anonymität."