Einmal im Jahr rollt der historische Traditionszug der Dampfzugbetriebsgemeinschaft in Richtung Büden. So auch am zurückliegenden Sonntag. Über 140 Mitreisende genossen bei schönem Wetter die Fahrt im "Glühweinexpress".

Loburg/Büden l Das hervorragende Wetter trug dazu bei, dass noch mehr Menschen als im Vorjahr in die teils 100 Jahre alten Waggons einstiegen. Vielleicht war es aber auch die Nachricht, dass es ab dem 1. März einen neuen Betreiber für die Strecke zwischen Magdeburg und Altengrabow gibt, die neugierig machte. Bislang steht eine Wiederaufnahme des regelmäßigen Personennahverkehrs in den Sternen, aber natürlich war der Besitzerwechsel auch bei den Mitfahrenden am Sonntag Gesprächsthema.

Mit bis zu 30 Stundenkilometern wurde die Strecke von Loburg nach Büden und zurück in knapp zwei Stunden bewältigt. Aussteigen durfte am Bahnhof Büden keiner, denn der Stopp erfolgte auf freier Strecke. Für die Nutzung der Bahnsteige hätten die Loburger Organisatoren der Deutschen Bahn AG zusätzliche Gebühren zahlen müssen, heißt es. Weil ein Umrangieren der Zugmaschine im Bahnhof Büden nach Rückbau einiger Gleise nicht möglich ist, wurde der Traditionszug von der Kraft zweier Dieselloks bewegt.

Denn auch wenn sich der Verein "Dampfzugbetriebsgemeinschaft" nennt, ist die einzig verbliebene Dampflok auf dem Loburger Bahngelände seit Jahren schon nicht mehr fahrbereit. Und es sieht auch nicht so aus, als würden Geld und Personal der Loburger Arbeitsgemeinschaft ausreichen, um das schwarze Kraftpaket wieder herzurichten. Es müsste etwa der Kessel erneuert werden.

Aber in Loburg machen Gerüchte die Runde, dass zur 1050-Jahr-Feier der Stadt vielleicht doch eine Dampflok nach Loburg rollen könnte... In Frage käme die Lok mit der Nummer 89 75 13, eine Vertreterin der Jung-Industriebahntype "Pudel", welche bis 1977 auf einem Berliner Spielplatz stand, von einem Berliner Eisenbahnfreund erworben und im Sommer 2003 zur Aufarbeitung nach Loburg gebracht wurde. Heute zuckelt die Lok für die Dampfzug-Betriebsgemeinschaft Hildesheim Museumszüge durch das Harzvorland.

Auf ihre historischen Waggons können die Mitstreiter der Loburger Arbeitsgruppe stolz sein. Die meist von ABM-Kräften und Ein-Euro-Jobbern instandgesetzten Waggons lassen Nostalgie und echtes Eisenbahn-Fahrgefühl aufkommen. Sich den Fahrtwind auf einer der Plattformen an den Waggonenden um die Nase wehen zu lassen, macht Spaß, auch der Hindernislauf mit dem Tablett voller Glühweinbecher von Abteil zu Abteil spornt zu motorischen Höchstleistungen an. Andere machen es sich lieber in der "Gartenlaube" (die sogar schon in Filmen mitgespielt haben soll) oder einem der anderen Abteile gemütlich - am besten gleich neben einem der bollernden Kohleöfen.

Besonders Kinder lassen sich von dieser Zugfahrt begeistern. Extra für sie wird am 12. April der "Osterhasen-Express" anrollen. Dann geht es wieder in Richtung Altengrabow.

www.dampfzug-betriebs-gemeinschaft.de

   

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