Am Sonnabend, 7. März, werden ab 9 Uhr in Burg die nächsten sieben "Stolpersteine" verlegt. Sie sollen an die jüdische Familie Neumann erinnern, die einst in der Brückenstraße wohnte.

Burg l Von sieben Familienmitgliedern hat nur Samuel Neumann, 1933 zuerst nach England und 1940 nach Palästina emigriert, die Nazi-Barbarei überlebt. Die anderen ehemaligen Bewohner der Brückenstraße 5 a, Chaim Neumann und seine Angehörigen, wurden deportiert und ermordet.

An das Schicksal der jüdischen Familie Neumann werden ab dem 7. März sieben Stolpersteine erinnern, die in der Brückenstraße verlegt werden sollen. "Die Stolpersteine sind ein wichtiger Beitrag gegen das Vergessen", so Jörg Rehbaum, der die Aktion nicht nur als Bürgermeister und mit seinem Bauhof, sondern auch als einer der privaten Sponsoren unterstützt.

Die Burger Stolperstein-Aktion, Teil eines 1997 vom Kölner Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufenen und inzwischen europaweit verbereiteten Kunstprojektes, wird getragen vom Runden Tisch gegen Rechts und besonders durch Pfarrer im Ruhestand Joachim Gremmes, der mit seiner Forschungsarbeit dazu beiträgt, dass das bis in die 1930er Jahre auch in Burg zu findende jüdische Leben nicht auch noch aus dem Gedächtnis der Stadt ausgelöscht wird.

Die Aktion "Stolpersteine" will Menschen dieser Tage stolpern lassen über das Schicksal früherer Anwohner. Anliegen ist es, im Gedenken die Familien wieder zusammenzuführen. So sind schon in vielen Ländern Europas die etwa zehn mal zehn Zentimeter großen Messingsteine mit Namen, Lebensdaten und dem Ort der Vernichtung verlegt worden, in etwa 670 Orten in Deutschland, Österreich, Ungarn, in den Niederlanden, Belgien, Tschechien, in der Ukraine, in Italien, Frankreich und Norwegen. Insgesamt mehr als 31 000 "Stolpersteine".

Im März 2013 wurde in Burg mit diesem Akt der Erinnerung begonnen und "Stolpersteine" im Breiten Weg und der Franzosenstraße verlegt, die an Mordechaj Schuster, Chaya Erna Schuster, Horst und Jutta Schuster sowie Jenny Hurtig erinnern.

Am 7. März wird Gunter Demnig ab 9 Uhr die sieben "Stolpersteine" in der Burger Brückenstraße verlegen, als weitere Teile des großen Denkmals gegen das Vergessen der von den Nazis ermordeten oder in den Tod getriebenen Mitbürger: Kinder, Nachbarn, Geschäftsleute, Bekannte, Freunde, Handwerker und Ärzte ... Wie der Burger Händler Chaim Neumann, der 1939 in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert und 1940 ermordet wurde.

In den kommenden Jahren sollen in Burg weitere Stolpersteine verlegt werden, wofür noch Spenden nötig sind. Die Verlegung eines Stolpersteines kostet 120 Euro. Auch Teilbeträge sind willkommen.