Auf dem Storchenhof Loburg hat die Saison begonnen. Die ersten Störche sind aus dem Süden zurückgekommen. Und damit ist es auch Zeit, die ersten gesundeten Patienten wieder in die Freiheit zu entlassen.

Loburg l Am Donnerstag hatten die beiden Winterstörche "Connor" und "Corazon" ihren großen Tag: Die beiden Adebare wurden auf den Wiesen des neu angelegten Ehlebettes bei Loburg in die Freiheit ausgewildert. Jungstorch "Connor" war vor dem Winter an einer Autobahn aufgefunden worden. Seine Unerfahrenheit und eine leichte Flügelverletzung hinderten ihn an einem rechtzeitigen Zug nach Süden. Auch das Alttier "Corazon" zeigte sich als Zugvogel unerfahren. Ihn fand man auf einem Supermarktparkplatz in Osterweddingen.

70 Prozent schaffen die Rückkehr in die Freiheit

Beide wurden ein Fall für Michael und Christoph Kaatz. Die Ornithologen pflegten die Tiere auf dem Storchenhof Loburg. Hier verlebten sie den Winter. Nun sollen sie wieder echte Wildvögel werden.

Die Vogelschutzwarte hat seit Beginn der Arbeit in den 70er Jahren 1628 Störche aufgenommen. Etwa 15 Prozent der geschwächten oder verletzten Tieren kann nicht mehr geholfen werden, sagt Dr. Christoph Kaatz, Gründer der Loburger Vogelschutzwarte. Weiter 15 Prozent kommen zwar mit dem Leben davon, können aber nicht mehr in die Freiheit entlassen werden. Sie werden an Zoos oder Tiergärten vermittelt. Auch auf dem Loburger Storchenhof leben vier Weiß- und ein Schwarzstorch als Dauerpfleglinge.

Stammgäste finden sich nach und nach ein

"Die Auswilderung scheint erfolgreich zu sein", sagte gestern Dr. Christoph Kaatz. Beide Vögel nutzten die Gelegenheit, in die Lüfte aufzusteigen. Zuerst war befürchtet worden, dass "Connor" sich als Problemstorch erweisen könnte. Schließlich hatte er die Scheu vor Menschen verloren, und war von seinen Findern gar mit Katzenfutter versorgt worden. Doch auch er suchte nach einem ausgedehnten Spaziergang entlang der Ehle das Weite.

Mit der Auswilderung von "Connor" und "Corazon" hat die betriebsame Zeit auf dem Storchenhof wieder begonnen. Davon zeugt auch die Ankunft der ersten "Loburger" Störche. Nachdem bereits "Jonas" und "Novi" Ende Februar und Anfang März ihren Horst am Münchentor bezogen hatten, sind inzwischen auch "Magnus" und "Agatha" in der Region eingetroffen. Allerdings war diesmal "Aga" zuerst im Jerichower Land gelandet.

Versteckspiel um "Magnus" und "Aga"

Allerdings nicht nur hier. "Sie hat nämlich noch einen weiteren Horst in Mühro bei Deetz bezogen", weiß Michael Kaatz. Dort hat sie aber offenbar kein Männchen. "Wir wissen nicht, warum sie dort den Horst in Beschlag genommen hat", sagen Vater und Sohn Kaatz.

"Agas" Partner "Magnus" landete am Tag der ersten Auswilderung ebenfalls in Loburg und fand "Aga" freilich nicht auf dem Storchenhof vor. Die Loburger Storchenfreunde hoffen, dass die zwei Adebare bald wieder zusammenfinden.

Ein weiteres Storchenpaar, welches für gewöhnlich den Horst auf einem hohen Mast auf dem Hofgelände bezieht, lässt noch auf sich warten. "Albert von Lotto", dessen Standort dank eines Mini-Senders exakt ermittelt werden kann, zog zuletzt noch seine Kreis bei Bulgarien. Wo seine Storchendame "Mina" derzeit weilt, ist dagegen nicht bekannt. Denn Mina gehört nicht zum Kreise der ausgewählten Adebare, die an einem internationalen "Telemetrie-Projekt" der Loburger Forscher teilnehmen.

Über den Loburger Ornithologen Dr. Michael Kaatz wird am Sonnabend, 11. April, im mdr-Fernsehen ein Portrait ausgestrahlt. Die Sendung in der Reihe "glaubwürdig" beginnt um 18.45 Uhr.

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