Dach und Decke durchgetreten, Türen kaputt gemacht und gewütet: Einbrecher steigen in das Sportlerheim in Wahlitz ein. Ihre Beute sind vier Bierkästen, der Schaden 8000 Euro. Polizei und Vereine rätseln: Soll das wirklich die Motivation gewesen sein?

Wahlitz l Umher schleichende dunkle Gestalten. Sie reden leise und kichern dann und wann, als sie sich in der Nacht zum Donnerstag dem Sportlerheim in Wahlitz nähern. Dort angekommen zücken sie eine Brechstange und versuchen, sich mit Gewalt an der Tür Zutritt zu verschaffen. Es wird gedrückt und gestemmt - doch der Zutritt bleibt ihnen verwehrt.

Doch an Aufgeben ist bei den Unbekannten nicht zu denken. Kurzer Hand klettern sie auf das Dach, räumen einige Dachpfannen beiseite und durchtreten Dachlattungen und Decken sowie Trockenbaukonstruktionen und steigen in das Gebäude ein.

So oder so ähnlich muss es sich wohl tatsächlich in der Nacht zum Donnerstag am Wahlitzer Sportlerheim im Gerstenberg zugetragen haben. Denn Fakt ist, dass die Polizei gerufen wurde und die schwer beschädigte Eingangstür feststellte, ebenso wie die gewaltsam geöffnete Stelle am Dach, weiterhin brutal aufgehebelte Innenraumtüren und abgerissene elektrische Anlagen.

"Es ist eine richtige Räubergeschichte, der Aufwand ist schon enorm", kommentiert Thomas Kriebitzsch, Polizeisprecher des Jerichower Landes. Nur dass bei einem Raubzug die Räuber auch mit einer Beute abziehen. In diesem Fall gab es zwar eine, doch diese fiel sehr bescheiden aus: Vier Bierkästen können die unbekannten Täter jetzt ihr Eigen nennen. "Da hatten sie sicherlich mehr vermutet", meint Kriebitzsch. Wenn nicht, würde das die Motivation der Einbrecher um so fraglicher werden lassen.

Der Gesamtschaden dieses Bruchs wird auf etwa 7000 bis 8000 Euro geschätzt, so Axel Struy vom SV Wahlitz. "Es ist überall Schaden, auch an den Außentüren und der Fassade, die wollten sogar die Gitter raus- reißen", beschreibt Struy das Ausmaß.

Erst 2006 wurde das Sportlerheim für etwa 250 000 Euro neu gebaut, seitdem von allen Nutzern pfleglich behandelt. "Es ist einfach mehr als ärgerlich", sagt auch Bürgermeister Jens Hünerbein, der weiß, dass das Gebäude aus kommunalen Mitteln mitfinanziert wurde.

Einbrüche in Vereinsheime sind im Jerichower Land kein Novum, weiß Thomas Kriebitzsch. "So etwas stellen wir immer wieder fest." Gerade deshalb wüssten aber auch gerade die Sportvereine gut Bescheid und würden keine Wertsachen dort lagern und schon gar kein Geld dort lassen. "Und das ist richtig und wichtig", so der Beamte. Allerdings sei so etwas landläufig auch bekannt, was die Wahl des Objektes um so merkwürdiger macht.

"Einbrüche solcher Art, wo viel kaputt geht und nicht viel geholt wird, legen nahe, dass es sich hier mehr um Ganoven aus dem Einzugsgebiet handelt als um Bandenkriminalität. Es sind vermutlich Leute aus der Region, vielleicht auch Menschen ohne Unterschlupf, wie bei Laubeneinbrüchen", erklärt der Polizeisprecher.

Was allerdings immer bedauerlich wäre, sei, "dass bei dieser Art von Einbrüchen der Schaden immer höher als das Diebesgut ist", weiß Kriebitzsch. Doch gerade der Schaden sei es, der das Verbrechen verräterisch mache. "Da ist ein sehr hohes Spurenaufkommen", weiß der Polizeibeamte. So dass auf jeden Fall eine Chance gegeben ist, den Tätern auf die Spur zu kommen.

Ob es in diesem Fall gelingen wird, bleibt abzuwarten. Wie der Schaden hier ersetzt wird, ist in Klärung, fest steht aber, es wird eine Alarmanlage installiert.

 

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