Wie sollte oder könnte die Ortschaft Schermen und auch die Gemeinde Möser in zehn oder zwanzig Jahren aussehen? Mit diesem Blick in die Zukunft befassten sich vor einigen Tagen Schermener Einwohner auf einer Bürgerversammlung.

Schermen l Wie in anderen Ortschaften auch, fanden überwiegend ältere Einwohner den Weg ins Schermener Bürgerzentrum, wo gemeinsam mit Mitarbeitern des Magdeburger Planungsbüros Brinkhoff über das zu erarbeitende Leitbild für die Gemeinde Möser und damit auch für die Ortschaft Schermen diskutiert wurde.

Den Älteren brennt die Zukunft des Dorfes mehr auf den Nägeln als den Jüngeren. Die sind noch lange mobil und plagen sich nicht mit der Ungewissheit, ob man in Schermen in zehn oder zwanzig Jahren als älterer und hilfsbedürftiger Mensch noch leben und wohnen kann. Deshalb sind die Forderungen der älteren Bürger nach Versorgungsmöglichkeiten, akzeptabler Verkehrsanbindung, zumutbaren Radwegen und ganz besonders nach altersgerechtem oder betreutem Wohnen vehement.

Im Leitbild zur Entwicklung der Gemeinde, das haben die Stadtplaner erkannt, müssen die Anforderungen, wie sich die Kommune der Tatsache stellt, dass bald der deutlich überwiegende Teil ihrer Bevölkerung älter als 60 Jahre sein wird, deutlich und umfassend herausgearbeitet werden. Die Bürger wollen in ihren angestammten Dörfern alt werden, deshalb müssen Bedingungen geschaffen werden, die das zufriedenstellend ermöglichen.

Dazu bedarf es nicht nur bürgerlichen, sozialen Engagements, sondern auch viel Geld. Wie dies in die Gemeindekasse fließen kann, hat ein Schermener Männertrio unter Leitung von Uwe Boennen in die Welt gesetzt: lokale, autarke Erzeugung von Energie und Verkauf des über den Eigenbedarf erzeugten Stromes. Wer das als Spinnerei abtut, den holte Ulrich Peikert, der Energieexperte von der Landesenergie-Agentur Magdeburg, auf den Boden der nachweisbaren Erfolge bei Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort in den Dörfern und Gemeinden zurück.

Die Kommunen hätten gegenüber der städtischen Me-tropolen die eindeutig besseren Chancen, die oft heraufbeschworene Energiewende zu bewältigen. Sie haben die Flächen für Windräder, Biogas- oder große Fotovoltaikanlagen. "Wenn die fossilen Rohstoffe noch knapper werden, werden die großen Städte - auch Magdeburg - nach Strom aus dem Umland rufen", prophezeite der Fachmann. Wer jetzt den ersten Schritt wagt, sagte Peikert, sei ganz vorn mit dabei.

Bürgermeister Bernd Köppen habe einer Machbarkeitsstudie bereits zugestimmt, war in Schermen zu vernehmen. Die Idee aus dem kleinen Dorf soll aber mit dem Engagement der Gemeinde für die gesamte Gemeinde Realität werden.