Wüstenjerichow/Körbelitz/Gerwisch (da) l l Ein Wolf hat wohl die sechs Damwild-Tiere vor gut einer Woche aus einem Damwildgatter bei Wüstenjerichow gerissen. Das sagt jetzt Andreas Berbig von der Landesreferenzstelle Wolfsschutz. "Zwar konnte der Kollege vor Ort nur noch die skelettierten Überreste feststellen, aber dass es ein Wolf war, ist ziemlich wahrscheinlich." Dafür sprechen die eindeutigen Zeichen. Die Biss- und Schleppspuren sowie der untergrabene Zaun seien charakteristisch für den Wolf. In den vergangenen Wochen mehren sich die tierischen Opfer in der Region. Mitte März wurden auf einem Feld bei Körbelitz zwei Mutterschafe getötet und acht Lämmer verschleppt. Vor über einer Woche wurden bei Gerwisch zehn Schafe gerissen. Und jetzt ganz aktuell der Vorfall in Wüstenjerichow. Das Konfliktpotenzial werde weiter zunehmen, ist sich der Klaus Puffer, Wolfsbeauftragter des Bundesforstbetriebes Nördliches Sachsen-Anhalt, sicher. "Die Tiere sind anscheinend nicht so scheu, wie von uns zugebilligt wurde. Darüber werden wir auch diskutieren", macht Berbig deutlich. Die Präsenz des Wolfes sei aber noch nicht so, dass man handeln müsse. Aber: "Wir ignorieren es nicht", stellt der Experte klar. Im Herbst 2014 sind 17 Tiere durch Fotofallen auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow gelaufen. In ganz Sachsen-Anhalt lebten Ende April 2014 49 Tiere.