Die alte Clara-Schwab-Schule, die das neue Domizil der Evangelischen Grundschule Burg werden soll, war am Tag der Städtebauförderung Besuchermagnet. 300 Interessierte nutzten die Gelegenheit, das historische Gemäuer noch einmal im "Originalzustand" zu besichtigen, bevor 2016 Sanierung und Umbau beginnen.

Burg l Es waren vor allem ehemalige Schüler, die beim Gang durch die durch jahrelangen Leerstand heruntergekommenen Räume in Erinnerungen schwelgten und nun begeistert sind, dass das Schulgebäude bald wieder eine Schule beherbergen wird: die evangelische Grundschule, die vom Gut Lüben ins Stadtzentrum umziehen will.

Zu den Ehemaligen, die noch vor dem Krieg die Schule an der Schartauer Straße besucht hatten, gehört Hanni Schlünz (88). "Damals war es noch die Luisen-Schule", berichtet die 1926 geborene Rentnerin, die dort von 1937 bis 1941 zur Schule ging. Noch gut erinnert sie sich zum Beispiel an den damaligen Schulleiter, den Oberschulrat Dr. Hubert Tschersing. "Und wir hatten damals schon sehr moderne Toiletten und Duschen", erklärt die Rentnerin stolz.

Hanni Schlünz sowie deren ehemalige Mitschüler Anneliese Breitmeier und Gisela Berbig haben neben vielen anderen Nicole Hildebrand und anderen Mitarbeitern der Stadtverwaltung geholfen, Fotos und Fakten für eine kleine Ausstellung zusammenzutragen, die am Tag der Städtebauförderung die wechselvolle Geschichte der Schule dokumentierte: 1887 als Luisen-Lyzeum (Mädchenschule) erbaut, zu DDR-Zeiten erst Erich-Weinert-Schule und dann Clara-Schwab-Schule, nach der Wende noch einige Jahre Außenstelle des Roland-Gymnasiums.

Am Tag der Städtebauförderung sollte natürlich nicht nur zurück, sondern vor allem in die Zukunft des denkmalgeschützten Objekts geblickt werden. Dafür war Michael Bartsch, Vorstandsvorsitzender der Johannes-Schulstiftung, der Richtige: Er sieht im geplanten Umzug der evangelischen Grundschule vom Gut Lüben ins Stadtzentrum "eine einmalige Chance, die Schule zukunftssicher zu machen". Sanierung, Umbau und Erweiterung der alten Schwab-Schule sollen 2016 beginnen und könnten bereits 2017 abgeschlossen werden. 3,4 Millionen Euro werden investiert, auch aus Städtebaufördermitteln (2,5 Millionen Euro). 200 000 Euro sollen, so der Wunsch von Michael Bartsch, durch "bürgerschaftliches Engagement" aufgebracht werden. "Dieses Geld könnte dann für die Ausgestaltung zum Beispiel der Aula eingesetzt werden", stellt sich Bartsch vor. Ihm und dem Förderverein der Schule schwebt ein Spendenmodell in der Form vor, dass 200 Privatpersonen, Firmen oder Institutionen eine "Baupatenschaft" übernehmen, sich jeweils mit 1000 Euro (Ratenzahlung möglich) engagieren und dafür am sanierten Gebäude namentlich verewigt werden.

Neben der eigentlichen Schule sollen auch die angrenzende Turnhalle sowie das Fachwerkhaus Jacobistraße 9 saniert werden und weitere Räumlichkeiten für die evangelische Grundschule und den evangelischen Hort bieten, die sich mit Fotos, Kuchenbasar und weiteren Aktionen am Tag der Städtebauförderung am künftigen Standort präsentierten.

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