Ein kleines Jubiläum feierte die Reihe "Mein Instrument" in diesem Monat. Die Vorstellung des Fagotts durch Michael Döringer war inzwischen die 10. Veranstaltung.

Gommern l Dass das Fagott sein Instrument ist, wusste Michael Döringer schon als Junge. Sehr zum Verdruss seines Vaters, der selber Fagottist war und nach dem Krieg schmerzlich feststellen musste, dass damit keine Familie zu ernähren ist. Seine Begeisterung für das Fagott steckte die Besucher der Reihe "Mein Instrument" im Alten Pfarrhaus an.

Mit einer Sonate von Johann Friedrich Fasch stieg er in seine Vorstellung des Instruments ein. Der Zerbster Komponist gehörte zu den ersten, die für das Fagott Solostücke schrieben. Teilweise sind auch Stücke für das Cello auf Fagott umgeschrieben worden. Mit seiner Auswahl an Stücken über Mozart und Weber bis hin zu modernen Kompositionen demonstrierte Michael Döringer den kompletten Umfang des Fagotts. "Es ist kein Soloinstrument in dem Sinne, sondern ein Orchsterinstrument."

Der Kopf des Fagotts ist das Mundstück, eigentlich Rohr genannt. Das wird aus einem ganz speziellen Schilfrohr hergestellt, das in Südfrankreich angebaut wird und etwa sieben Jahre wachsen muss, bis es über die benötigten Qualitäten verfügt. "Es wird jedoch nie ein Rohr wie das andere." Darauf müsse sich der Fagottist immer einstellen und habe deshalb diverse Rohre zur Auswahl, die zu verschiedenen Stücken besser harmonieren.

Die Frage, wie viele Rohre er im Laufe seiner langen Karriere (in Peru, im Irak und 30 Jahre im Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks in München) benötigt habe, beantwortete er mit einem Lächeln. "Ich gehöre zu den Sammlern."

Bei einem professionellen Musiker sei es nicht anders als bei einem professionellen Sportler, erklärte Michael Döringer. Tägliches Üben sei unverzichtbar. Zumal in der heutigen Zeit die Hörgewohnheiten durch Schallplattenaufnahmen - also gespielt ohne Fehl und Tadel - geprägt seien. "Aber wie lange es dauert, bis so eine Aufnahme fertig ist, fragt niemand."

Aus seiner Sicht ist das perfekte Handwerk des Musikers nicht alles: "Ein Stück lebt davon, wie es gespielt wird".

 

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