Burg. "Lassen sie mich los!", hört man die Kinder auf dem Hof der Kita Käte Duncker schreien. Und das aus gutem Grund, denn die Mädchen und Jungen absolvieren bereits seit drei Tagen ein Sicherheitstraining. Vor Ort ist das Kinder- und Jugend-Sicherheitsteam mit Leiter Andreas Heilemann. In vier Tagen wollen sie den Kindern beibringen, wie sie sich vor Räubern, Dieben und Missbrauch schützen können. "Dazu gehören unsere drei Grundregeln: Wegrennen, Schreien und Treten", erklärt der ausgebildete Pädagoge und Sicherheitstrainer. Und bei allen drei Regeln gilt ein Motto: "Alles volle Pulle!"

Ob sie es nach drei Tagen schon beherrschen, wurde gestern geprobt. Die Steppkes stehen vor einem Auto, in dem ein Erwachsener sie reinziehen will, und sie reagieren genau richtig: Sie versuchen ihm den Arm soweit nach hinten zu reißen, das er brechen müsste und schreien laut. "Mit dem Gesetz der Hebelwirkung können das auch Kita-Kinder", erklärt Heilemann. Danach packt sie ein Erwachsener an der Jacke. Auch hier wird prompt reagiert: Sie schreien und treten an das Schienenbein. "Wir wollen, dass die Kinder lernen, auf ihre Gefühle zu hören, wissen, dass sie ein Selbstbestimmungsrecht haben, wer sie anfassen darf und wie sie sich wehren können und wollen ihr Selbstbewusstsein stärken", erläutert Heilemann. Seit 2006 agiert das Team in Sachsen-Anhalt und ist regelmäßig in verschiedenen Burger Kitas und Grundschulen. "Wir versuchen, einmal im Jahr zu kommen, um einen Grundkurs und einen Aufbaukurs mit den Kindern zu machen. So ist der Lerneffekt nachhaltiger", so Heilemann. Von Erfolgserlebnissen kann Heilemann schon erzählen: "Kita-Kinder, die ich im Training hatte, waren in der Grundschule immer noch in Sachen Sicherheit fit."