Hohe Grundwasserstände und Drängwasser beschäftigen derzeit ganz Sachsen-Anhalt. Auch das Jerichower Land ist betroffen. Die Landkreisverwaltung ist in zwei Arbeitsgruppen, die das Umweltministerium gegründet hat, aktiv. Erste Treffen haben stattgefunden, derzeit läuft die Analyse der Probleme.

Burg. Das Jerichower Land ist zweigeteilt. Die Trennlinie verläuft entlang der Autobahn 2. "Zwischen Gommern und Hohenwarte treten die Grundwasserprobleme verstärkt und dringlicher auf. Nördlich der Autobahn gibt es auch Schwierigkeiten, die sind aber nicht so massiv", so Bernd Girke, Vorstand Bau und Umwelt im Landkreis.

Entsprechend der Flussbereiche im Land wurden vom Umweltministerium sieben regionale Arbeitsgruppen gegründet, die sich flächendeckend mit dem Thema und möglichen Lösungen beschäftigen sollen. Der Landkreis ist in den Gruppen der Flussbereiche Schönebeck und Genthin vertreten.

So unterschiedlich die Probleme in beiden Regionen sind, so unterschiedlich ist auch die Besetzung. Zwar sind in beiden Gruppen Experten der zuständigen Landeseinrichtungen (siehe Infokasten) sowie Vertreter der betroffenen Landkreise, der Landwirtschaft und der Gewässer-Unterhaltungsverbände aktiv, doch allein schon die Mannstärke zeigt die unterschiedliche Arbeitsweise: "In der Genthiner Arbeitsgruppe sind 20 Mitglieder, in der Schönebecker Gruppe 120", zeigt Girke auf.

Beide Gruppen hatten Ende Februar ihre ersten Zusammenkünfte. Dort wurde das weitere Vorgehen besprochen. "Zunächst müssen wir die derzeitige Situation analysieren", so Girke. Dazu wurden vom Land Erfassungsbögen herausgegeben (im Internet unter www.mlu.sachsen-anhalt.de zu finden), auf denen Betroffene bis zum 15. März ihre Grundwasserprobleme anzeigen können. "Dabei ist egal, ob es sich nur um einen nassen Keller oder mehrere Hektar landwirtschaftliche Fläche handelt." Wer mit dem Ausfüllen des Bogens Probleme hat, sollte sich direkt an seine Gemeindeverwaltung wenden, rät Bernd Girke.

Die Auswertung der Bögen übernimmt das Land. Doch auch der Landkreis ist aktiv und das nicht erst seit das Umweltministerium die Arbeitsgruppen auf den Weg gebracht hat. "Wir sind bereits seit Ende des vergangenen Jahres im Landkreis unterwegs und sprechen mit den Gemeinden über die Wasserprobleme vor Ort", erklärt Girke. So sei man unter anderem bereits in Gommern und Biederitz gewesen. Bis April sollen alle Gemeinden mit dem Landkreis gesprochen haben. Der Fokus liegt dabei auf kleinen Details, zum Beispiel dem kaputten Durchfluss unter einer Straße.

"Alle Beteiligten sind sich einig, dass es im regionalen Zusammenhang keine schnellen Lösungen geben wird", so Girke. Dazu sei das Grundwasserproblem zu vielschichtig. Ursachen lägen in der Masse der Versiegelung von Flächen, in veralteten Grabensystemen und mangelnder Entwässerung an Straßen und Bahngleisen. Teil der Lösung wird aus Sicht von Girke ein Grundwassermanagement sein, dass abgestimmt ist auf ein Zuviel und ein Zuwenig an Grundwasser.

Die Arbeitsgruppen treffen sich im April erneut.