Die beiden Betreiber eines Restaurants in der Burger Bruchstraße stehen seit Mittwoch vor den Trümmern ihrer Existenz. Randalierer, vermutlich aus der rechtsextremen Szene, haben Gastraum und Küche verwüstet und Wände beschmiert. Dennoch wollen Samir Elaian und Haitham Abou nicht aufgeben.

Burg l Neben rechtsextremen Zeichen sowie Zahlen- und Buchstabenkombinationen haben die Randalierer das Wort "Raus" an eine Wand des Gastraumes geschmiert und Mobiliar zerstört. Doch es sind vor allem die zerstörten Gerätschaften in der Küche, die Samir Elaian, der gemeinsam mit Haitham Abou die Gaststätte führt, Sorgen machen. Denn: "Wir wollen so schnell wie möglich wieder eröffnen", erklärt Elaian.

Das Restaurant gibt es in seiner jetzigen Form seit fünf Jahren. Samir Elaian ist von Anfang an dabei, sein Geschäftspartner Haitham Abou erst seit einem halben Jahr. Beide haben einen deutschen Pass, stammen aus dem Libanon bzw. Kuweit.

Dass es in Burg Zeitgenossen gibt, die gegen das Restaurant und seine Betreiber etwas haben, ist Samir Elaian nicht erst jetzt klar geworden. Wiederholt sind Eier und Tomaten gegen die Fenster und die Schilder der Gaststätte geworfen und Zigarettenkippen vor der Tür ausgestreut worden. Nun der Einbruch und die Zerstörungen im Restaurant.

Vollste Unterstützung haben Samir Elaian und Haitham Abou von Hausbesitzer Klaus Kühn. Er wohnt in Remscheid/Nordrhein-Westfalen und hatte sich gestern Vormittag, nachdem er von den Ereignissen in Burg erfahren hatte, ins Auto gesetzt, um vor Ort das Notwendige in die Wege leiten zu können, unter anderem Versicherungsfragen zu klären. Er sei nach dem Anschlag auf das Restaurant geschockt, aber auch wütend, so Kühn. Man müsse alles tun, dass sich so etwas nicht wiederholt. Um die Aufklärung der Straftat zu forcieren, setzte Kühn gestern zusätzlich zu den 500 Euro Belohnung, die die Polizei für Hinweise auf die Täter ausgelobt hatte, weitere 2500 Euro Belohnung aus. Damit wolle Kühn, dessen Frau aus Burg stammt und der sich deshalb auch als "Burger Bürger" fühlt, ein "deutliches Zeichen gegen Extremismus jedweder Art" setzen. "In Burg müssen sich alle Menschen wohl und sicher fühlen können, egal welcher Nation oder Herkunft sie sind", unterstreicht Kühn.

Zum Stand der Ermittlungen sagte Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch gestern, dass die Beamten nach wie vor auf eventuelle Zeugen setzen, um weitere Ermittlungsansätze zu bekommen. "Man kann sich nur schwer vorstellen, dass niemand nichts gesehen hat." Parallel dazu liefen bereits Vernehmungen und die Beamten hätten andere Gaststätten- und Imbiss-Inhaber mit Migrationshintergrund aufgesucht und befragt. Die Polizei bringt diesen jüngsten Fall auch in Zusammenhang mit Schmierereien, die in Verbindung mit dem 21. April (Hitler-Geburtstag) in Burg aufgetaucht sind.

Joachim Gremmes vom Burger Runden Tisch gegen Rechts zeigte sich gestern angesichts des Anschlags auf die Gaststätte "erschrocken" und verurteilte die Tat. Der Runde Tisch werde jetzt zu einer außerplanmäßigen Sitzung zusammenkommen und darüber beraten, welche Form der Reaktion es geben wird.

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