Durch Zufall kam Marco Paetau vor sechs Jahren zu einer kleinen Herde schottischer Hochlandrinder. Gerade ist der gelernte Landwirt mit seinen Zuchttieren wieder mit Auszeichnungen von einer Rasseschau in Bismark nach Peckfitz heimgekehrt.

Peckfitz l Sie sind eben ein Hingucker - die schottischen Hochlandrinder, die Marco Paetau seit einigen Jahren züchtet und die im Sommer auch auf den Weiden rund um Peckfitz zu sehen sind. "Da hat schon mancher Autofahrer gebremst, um sie sich anzusehen, und die nachfolgenden Fahrer mussten achtgeben", erzählt der Peckfitzer.

Mit zwei Kühen, zwei Kälbern und einem Bullen der Rasse Highland Cattle fing es im Jahr 2008 an. Der gelernte Landwirt, der selbst einen Milchviehbetrieb hatte, diesen aber ab 2006 nach und nach einstellte und verkaufte, sagt: "Man kann gar nicht ohne Rinder, wenn man die immer schon hatte." Nur kommerziell und industriell möchte Marco Paetau es nicht mehr haben. "Das soll ein Hobby bleiben. Inzwischen sind es zwar doch schon zwölf Tiere, die hier in den Koppeln laufen, aber mehr brauchen es auch nicht zu werden", verspricht er sich selbst und seinem Sohn Nathan. Denn der 17-jährige Sohn ist mit im Boot, wenn es um die Zucht der Rinder mit den beeindruckenden Hörnern geht.

Streicheleinheiten mit dem Striegelkamm und Leckerlis

Schon etliche Zuchterfolge können die beiden Herren mit ihren weißen, schwarzen und roten Highland Cattle`s aus Peckfitz vorweisen. Erst am vergangenen Wochenende stellten sie insgesamt fünf ihrer Kühe und den Bullen Callum bei der Rinderschau in Bismark aus. "Mit so vielen Tieren haben wir das zum ersten Mal gemacht. Aber der Weg dahin ist ja nicht so weit, und wir hatten viel Hilfe bei der Vorbereitung", erzählt Marco Paetau. Die Hilfe war auch nötig. Schließlich dauert es ungefähr drei Stunden, bis so ein Rind geduscht, shampooniert und wieder trocken gefönt ist, um es frisch herausgeputzt den Richtern vorzuführen. Ergebnis der Schönheitskur: Die zweijährige Kuh Andra bekam den 1-B-Preis in ihrer Klasse; die ein Jahr alte Savanna wurde mit dem 1-A-Preis ihrer Klasse ausgezeichnet, und ihre gleichklassige Peckfitzer Herdenkollegin Dossan erhielt den 1-B-Preis.

An seine erste Ausstellung erinnert sich der Züchter immer wieder gern mit einem herzlichen Grinsen. Aus reinem Spaß hat er, schon kurz nach Erwerb seiner ersten Tiere, mit einer Kuh und ihrem Kalb an einer Ausstellung in Bismark teilgenommen. Die etablierten Züchter belächelten ihn eher, als ihn als Konkurrenz zu betrachten. Nach Hause fuhr er mit der Landessiegerin Sachsen-Anhalt.

Zwei weitere Ausstellungen wird das Züchterpaar Paetau in diesem Jahr noch ansteuern. Im Sommer soll es zur Highland-Cattle-Schau nach Silbermühle in Hessen gehen, und im Herbst steht die Bundesrassenschau für Schottische Hochlandrinder auf dem Plan.

Weidefläche und ab und zu mal einen Ballen Heu ist schon alles, was die relativ kleinen Rinder mit dem langen Fell und der langen, die Augen verdeckenden Mähne brauchen. "Sie sind sehr robust und absolut genügsam", erzählt Marco Paetau. Einen Stall brauchen seine Kühe, die Kälber und der Bulle nicht. Im Gegenteil: Die Tiere sind gern draußen. Bei Wind und Wetter, Schnee und Regen - den Unterstand, den es für sie natürlich gibt, den nutzen sie so gut wie gar nicht.

Was die Tiere jedoch gern in Anspruch nehmen, das sind regelmäßige Streicheleinheiten beim Striegeln des Felles und jede Menge Leckerlis. "Unsere Rinder haben Familienanschluss", sagt der 36-Jährige mit einem Augenzwinkern.

Kühe, Kälber und ein Bulle, die aus der Hand fressen

Das ist übrigens auch der Grund dafür, dass er keines seiner Tiere selbst schlachtet. Schließlich haben sie ihm und allen Familienmitgliedern wörtlich aus der Hand gefressen. Am liebsten trockenes Brot oder Toast. Wenn am Zaun jemand mit einem Eimer auftaucht, aus dem beim Schütteln ein bestimmtes Geräusch kommt, verfällt so manche Kuh schon mal in Schweinsgalopp, um auch ja die Erste zu sein, die in den Genuss der Leckerbissen kommt. Denn ist erstmal der Herr im Hause - Bulle Callum - da, heißt es warten.

   

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