Estedt (iwi) l Der Altmarkkreis Salzwedel würde eine zweite Ausnahmegenehmigung zum Betrieb der Estedter Grundschule stellen, "wenn denn die neuen Fakten stimmen", sagte der zuständige Kreisdezernent Eckhard Gnodtke auf Volksstimme-Anfrage.

Hintergrund sind die höheren Schülerzahlen, die sich aus fünf unterschriebenen Absichtserklärungen von Eltern ergeben, die ihre Kinder in Estedt ab dem Schuljahr 2014/15 zur Schule schicken wollen. Dem Sozialausschussvorsitzenden Walter Thürer lagen diese am Dienstag bei der Sozialausschusssitzung vor, worauf die Ausschussmitglieder entschieden, dass der Stadtrat in Widerspruch zur Schließung der Estedter Einrichtung gehen sollte (wir berichteten). Thürer betonte erneut, dass diese Empfehlung ausdrücklich in Zusammenhang damit gestellt worden sei, dass aus den Absichtserklärungen der Eltern konkrete Anträge beim Landesschulamt werden.

Das Kultusministerium hatte mitgeteilt, dass ein Widerspruch der Stadt "ins Leere laufen würde", da diese nicht Träger der Schulentwicklungsplanung sei. Wenn, müsste also der Altmarkkreis tätig werden.

Kreisdezernent Gnodtke sagte, "dass wir diese neuen Fakten anschauen und nachbessern würden, wenn es denn der Fall sei, dass damit die geforderten 52 Schüler erreicht werden". Bislang habe der Kreis auch noch keinen schriftlichen Bescheid erhalten, der die Schließung der Estedter Grundschule mitteilt, sagte Gnodtke. Das Kultusministerium hatte die Schulentwicklungsplanung des Altmarkkreises Salzwedel bis 2018/19 bestätigt. Inhalt dieser Planung war jedoch, dass die Estedter Schule zu schließen wäre, wenn die 52 Schüler nicht erreicht werden.

Zu den neuen Schülerzahlen gebe es in der kommenden Woche ein Gespräch mit Elternvertretern aus Estedt, bestätigte Gnodtke. Die entscheidende Frage in den kommenden Tagen wird also sein, ob das Landesschulamt den Anträgen der Eltern stattgeben wird - und sich somit die Zahl der angemeldeten Schüler auf mindestens 52 erhöhen würde, so dass dann eine zweite Ausnahmegenehmigung für den Betrieb der Schule für das kommende Schuljahr gestellt werden könnte. Das seien immer Einzelfallentscheidungen, betonte die Sprecherin des Kultusministeriums.

Nach Informationen der Volksstimme handelt es sich um Kinder aus Schwiesau und um welche, die zurzeit mit ihren Familien noch in Niedersachsen leben, aber in den Einzugsbereich der Estedter Grundschule ziehen wollen.

Keine Einschätzung gab es von Gnodtke und auch nicht vom Kultusministerium dazu, wie realistisch es ist, dass aus den Absichtserklärungen am Ende die entscheidenden Schüler zur Rettung der Estedter Schule für das kommende Jahr werden. Der Sozialausschussvorsitzende Walter Thürer kündigte an, sich in der kommenden Woche mit den Eltern der fünf Kinder - die das Zünglein an der Waage für das kommende Schuljahr sind - in Verbindung zu setzen.