Gardelegen (cah) l Die Stadt Gardelegen wird sich mit einem Erinnerungsstein am geplanten Friedenszentrum bei Auschwitz beteiligen. Der Stein wird von einem Gardeleger Steinmetzmeister angefertigt. Aufgebracht werden soll die Silhouette der Mahn- und Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe und die Aufschrift "Gardelegen 13. April 1945". Darüber informierte Bürgermeister Konrad Fuchs am Montagabend den Stadtrat. Die Variante sei gemeinsam mit dem Förderverein Feldscheune Isenschnibbe, konkret mit Torsten Haarseim vom Förderverein, entwickelt worden.

Der hatte gewissermaßen auch den Stein ins Rollen gebracht. Bei Internetrecherchen war Haarseim auf das Friedenszentrum und auf Janusz Marszalek aufmerksam geworden. Marszalek war von 2002 bis 2011 Präsident der Stadt Oswiecim (deutsch Auschwitz). Er leitet heute als Präsident die polnische Senioren-Union, die federführend für den Bau des Friedenszentrums verantwortlich zeichnet. Mitte März war er in Deutschland und auf Einladung Haarseims auch in Gardelegen.

Das Friedenszentrum, das zwischen dem einstigen Stammlager Auschwitz I und dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau II entstehen wird, soll ein Andenken an alle Opfer von Völkermord, Diktaturen und Kriegen sein. Geplant ist dabei auch eine Ausstellung von besonderen und symbolischen Steinen. Und darunter wird sich künftig auch ein symbolischer Stein aus Gardelegen mit Blick auf das faschistische Massaker vom 13. April 1945 befinden.

Darüber hinaus plane der Förderverein auch eine Spendensammlung für den Bau des Friedenszentrums.

Die Gardeleger Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe wurde im vorigen Jahr von 1033 Menschen besucht. Allein an der Gedenkfeier am 13. April hätten sich über 250 Einwohner beteiligt, so Fuchs.