Mit dem Stichtag 30. Juni 2014 hatte die Hansestadt Gardelegen insgesamt 23347 Einwohner - 48 weniger als zu Jahresbeginn. Im ersten Halbjahr wurden zudem 94 Geburten und 161 Sterbefälle statistisch erfasst.

Gardelegen l Auch die ersten sechs Monate des Jahres 2014 weisen für die Hansestadt Gardelegen eine Negativentwicklung bei den Einwohnerzahlen aus. Waren es zum Jahresende 2013 noch insgesamt 23395, sind es seit aktueller Statistik 48 Einwohner weniger. Und dennoch sorgen diese Zahlen bei Bürgermeister Konrad Fuchs für Freude. Denn sie liegen deutlich unter den Prognosen aus dem Jahr 2009. Damals war für 2014 ein Rückgang um 295 Einwohner vorhergesagt worden - 48 bis Ende Juni deuten auf eine erheblich geringere Zahl am Jahresende hin. Ende Juli lag das Minus sogar bei nur 45. Und damit setzt sich die Tendenz der Vorjahre fort.

"Ein positives Defizit" nennt es Konrad Fuchs, wenn er die Prognose mit den Ist-Zahlen - die ehemaligen selbstständigen Gemeinden sind in die Gesamtzahlen einbezogen - vergleicht. Denn für den Zeitraum 2009 bis 2013 gab es zwar einen Rückgang bei den Einwohnerzahlen, aber es waren zusammen 522 Personen weniger im Minus als prognostiziert. "Das ist doch richtig super", sagte der Bürgermeister gestern.

Einige Orte können sich über Zuzug freuen, andere Ortsteile haben Verluste. Mit 27 neuen Mitbürgern fällt Jeseritz auf, die Zahl ist mit dem Zuzug mehrerer Familien zu erklären.

Nach der Kernstadt Gardelegen sind weiterhin Mieste mit 1903 Einwohnern, Letzlingen mit 1499 Einwohnern und Jävenitz mit 939 Einwohnern die größten Ortsteile. Taterberg ist mit zwölf Einwohnern wie bisher der kleinste Ortsteil in Deutschlands flächenmäßig drittgrößter Stadt, gefolgt von Eigenthum (bei Mieste) und Kahnstieg (Dannefeld) mit jeweils 19 Einwohnern.

Mitte dieses Jahres lebten in der Hansestadt insgesamt 11684 Männer und 11663 Frauen. Von den Einwohnern insgesamt sind 22770 deutsche Staatsbürger und 577 Ausländer, davon 294 EU-Bürger. Während es in der Gesamteinwohnerzahl einen Rückgang gibt, stieg die Zahl der ausländischen Mitbürger um 74 Personen - 37 davon sind EU-Bürger - an. Mit 474 Personen leben die ausländischen Mitbürger hauptsächlich in der Kernstadt. Eingerechnet werden die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft, aber für die gestiegenen Zahlen sorgen in erster Linie die polnischen Arbeiter bei der Boryszew Kunststofftechnik Deutschland (AKT).

Für das erste Halbjahr weist die Amtsstatik der Hansestadt Gardelegen 94 Geburten aus, wobei der Januar mit 21 Geburten Spitzenreiter ist, gefolgt vom Juni mit 17. Dem stehen 161 Sterbefälle gegenüber, 87 im ersten Quartal und 74 im zweiten Quartal. Registriert wurden außerdem 63 Eheschließungen. Nach Monaten aufgeschlüsselt sind das: 6 im Januar, 5 im Februar, 6 im März, 12 im April, 8 im Mai und 26 im Juni, einem anscheinend sehr beliebten Monat für Hochzeiten.

Zur Statistik gehören außerdem die Scheidungen. In der Stadtverwaltung Gardelegen wurden für die ersten sechs Monate des Jahres 2014 davon 35 erfasst, mit 21 Scheidungen ist der Mai ganz klar Spitzenreiter.