Mit dem Solarfestival in der Altmark scheint sich eine Veranstaltung zu etablieren, deren Ruf weit über die regionalen Grenzen hinaus strahlt. Völlig unabhängig von konventionell erzeugtem Strom fanden dort Konzerte, Workshops und weitere Veranstaltungen statt.

Köckte/Peckfitz l Schon in seinem zweiten Jahr ist das Solarfestival an der Kiesgrube zwischen Peckfitz und Köckte gewachsen. Diese direkte Einschätzung konnten die Organisatoren Waldtraut Stein und Lothar Lehmann bereits am Sonnabend abgeben. So war Waldtraut Stein besonders glücklich darüber, dass sie zusätzliches Gelände für den Campingbereich vom Besitzer des Areals dazubekommen hatten. "Das entlastet das Festivalgelände rund um die Kiesgrube natürlich sehr. Und dafür sind wir wirklich dankbar", berichtete Waldtraut Stein am Sonnabendvormittag.

An LED-Lichterketten und Solarlampen entlang führte der Weg vom Eingangsbereich auf das Festivalgelände an der Schöndube, wie die Kieskuhle zwischen Dannefeld und Köckte genannt wird. So war der Weg jederzeit auch im Dunkeln zu finden, ganz ohne Strom aus der Steckdose oder von Krach machenden Generatoren. Denn das ist das eigentliche Anliegen des Solarfestivals: zu zeigen, dass man auch ganz und gar ohne konventionell erzeugten Strom auskommen kann, ohne auf die alltäglichen Dinge der Zivilisation verzichten zu müssen.

Überall auf dem Gelände waren daher auch Solarmodule zu finden. Selbst die Lichtshow zu den Konzerten an der Hauptbühne am Abend wurde so realisiert. Und das, was die Scheinwerfer da an Lichteffekten zauberten, konnte sich absolut sehen lassen. Informationsstände rund um Solar- und Windenergieerzeugung und erneuerbare Energie waren im Bereich des Vernetzungsmarktes zu finden. Der Spiel-, Spaß- und Erlebnisbereich für Kinder, das Kinderspace, bot nicht nur für den neugierigen Nachwuchs interessantes und spannendes Erleben an. Im Klangzelt, in dem man den verschiedensten Rohren, von riesig groß bis minimal, die erstaunlichsten Töne entlocken konnte, waren immer Besucher zu finden. Beim Batiken und beim Linoleumdruck, im Henna-Tattoo-Laden oder auch im Solarkino hatte der ökologische Gedanke Vorrang, wie Waldtraut Stein beim Rundgang über das Festivalgelände vermittelt. "Die Location ist hier auch einfach ideal für unser Anliegen. Die Lage mitten in der Natur, die Ruhe. Das hat schon etwas, das ich entschleunigen nennen würde."

Was in diesem Jahr noch nicht aus konsequent aus erneuerbarer Energie betrieben wurde, war die Versorgung der Besucher mit Speisen und Getränken. Der große Pizzaofen neben der Hauptbühne wurde natürlich mit Holz befeuert. Die herrlich duftende Linsen-Gemüsesuppe hingegen köchelte über einer Gasflamme. "Das wird für die kommenden Veranstaltungen wohl unser nächstes Projekt", schaute Lothar Lehmann voraus und sprach damit die Power-to-gas-Technologie an.

Etliche Teilnehmer wie auch die Anbieter von Informationen und Workshops waren bereits im vergangenen Jahr, bei der Premiere des Solarfestivals an der Schöndube, dabei gewesen. Weitere waren in diesem Jahr dazu gekommen. Erstmals wurde das Festivalgelände außerdem aus der Luft aufgenommen. Ein mit Helium gefüllter Zeppelin schwebte über dem Areal und machte Aufnahmen von der Veranstaltung.

   

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