Halb Kakerbeck war auf den Beinen, als vor wenigen Tagen zum traditionellen Kartoffelfest ans Dorfgemeinschaftshaus gerufen wurde. Der alte und neue Kartoffelkönig, der kommt allerdings aus Winkelstedt.

Kakerbeck l Pascal Wernecke schaute skeptisch und wollte lieber wieder zurück auf Papas Arm. Gerade hatte die stellvertretende Ortsbürgermeisterin Christel Gille verkündet, dass der Junge zum zweiten Mal in Folge den Titel des Kakerbecker Kartoffelkönigs gewonnen hat. Dabei stammt er doch eigentlich aus Winkelstedt.

Als Christel Gille dann aber einen Kinogutschein und eine Urkunde zückte, fasste der Steppke doch Mut, ging nach vorn und ließ sich bereitwillig das Papierkrönchen aufsetzen. Das hatte zuvor auch schon Alexandra Gruß erhalten. Denn sie ist die neue Kakerbecker Kartoffelkönigin. Ihre Knolle hat stolze 1056 Gramm auf die Waage gebracht, während Pascal seinen Königstitel mit einer 855-Gramm-Knolle verteidigt hat.

Doch die Ernennung der neuen Majestäten war nicht der einzige Höhepunkt des diesjährigen Kartoffelfestes, das wie immer von einem Fackelumzug eingeläutet wurde. Viele Kinder fieberten ihm auch noch aus einem ganz anderen Grund entgegen. Denn 21 von ihnen waren dem Aufruf gefolgt und hatten etwas Kreatives aus Erdäpfeln gebastelt und zur Bewertung eingereicht. Die Jury - bestehend aus den Hortkindern Vanessa Franzl und Hugo Wöhlbier, Kita-Leiterin Martina Ebeling, Gemeindearbeiter Jörg Gille und der Vize-Ortsbürgermeisterin - setzte dann am Ende via Mehrheitsentscheidung die "Monster-Party" von Marie Wernecke auf Platz eins, dicht gefolgt von Jule Fankhänels Version der "Shopping Queen", in der Guido Maria Kretschmer und seine Models als dicke Knollen daherkommen.

Doch auch für alle nachfolgend Platzierten gab es kleine Sachpreise. Und alle 21 Kreativbeiträge waren auch am Dorfgemeinschaftshaus ausgestellt. Denn dort fand das Kartoffelfest auch in diesem Jahr statt, nachdem es in seinen Anfangsjahren immer im Ortsteil Klein Hamburg veranstaltet worden war. Damals hatte noch das Grundschulteam die Federführung. Seit es die Bildungseinrichtung nicht mehr gibt, zeichnet der Ortschaftsrat für die Organisation des Festes verantwortlich, das immer Anfang Oktober stattfindet. Unterstützt wird er dabei vom Kita-Team und vom Förderverein sowie der Kochgruppe der Feuerwehr. Die hatte natürlich auch in diesem Jahr wieder für ein deftiges Abendessen gesorgt. Es gab Pellkartoffeln aus der Gulaschkanone, saure Gurken und selbst angerührten Quark. Wer lieber Fleisch essen wollte, für den lagen Würstchen auf dem Grill.

Bevor aber geschmaust werden konnte, gab es erst noch ein kleines Programm der örtlichen Kita-Kinder. Nur schade, dass sie für das Gros der Anwesenden so schlecht zu verstehen und zu sehen waren, weil sie von ihren Familienangehörigen so dicht umzingelt waren. Im nächsten Jahr, sagte Ortsbürgermeister Ulf Kamith, müsse da wohl eine kleine Abgrenzung geschaffen werden.

   

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