In der Dezember-Stadtratssitzung, spätestens in der Februar-Sitzung, soll ein Beschluss zur Grundschule Estedt gefasst werden. Zwei Möglichkeiten gibt es: Änderung der Einzugsbereiche oder Schließung. Klötze und Kalbe haben es abgelehnt, Schüler nach Estedt zu schicken.

Gardelegen l Die Debatten zur Zukunft der Estedter Peter-Härtling-Grundschule gehen in die nächste Runde. Bereits am Montag wird es eine Gesprächsrunde geben, informierte Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs auf Anfrage. Ziel sei es, eine Beschlussvorlage vorzubereiten, die in den Fachausschüssen in der Sitzungsschiene beraten werden soll, die mit der Dezember-Stadtratssitzung endet. Spätestens jedoch soll eine Entscheidung im Februar fallen.

"Wir hoffen, dass sich bis dahin der Stadtelternrat positioniert hat", sagte Fuchs. Generell gebe es wie vor gut einem Jahr nur zwei Möglichkeiten. "Entweder wir ändern die Einzugsbereiche oder lassen alles so, wie es jetzt ist und schließen die Estedter Schule", stellte Fuchs klar.

Ablehnung von Kalbe und Klötze

Die Zukunft der Grundschule Estedt war auch kurz Thema im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung am Montagabend. Im Auftrag des Stadtrates hatte sich die Verwaltung mit Kalbe und Klötze in Verbindung gesetzt, um zu klären, inwieweit die beiden Städte Schüler aus ihren Bereichen an die Estedter Grundschule schicken können. Im Blick lagen dabei Schüler unter anderem aus den Orten Schwiesau und Engersen. Von beiden Bürgermeistern lagen die Antworten zur Ratssitzung vor. "Weder Kalbe noch Klötze werden uns Schüler zuordnen, weil sie die Schüler selbst brauchen, um ihre Standorte zu sichern", sagte Fuchs in der Ratssitzung. Kalbe etwa habe mit Brunau selbst einen gefährdeten Standort.

Ein Erhalt der Brunauer Grundschule sei nur mit Schülern aus dem Kalbenser Einzugsbereich möglich. Kalbe lege zudem Wert auf eine gewisse Kontinuität bei seinen Einzugsbereichen. Außerdem bestehe kein Interesse, die Umlagepflicht für Schüler zu übernehmen, die gezahlt werden müsste, wenn Kalbenser Schüler nach Estedt wechseln. Die Antwort sei mit dem Kalbenser Stadtrat abgestimmt, heißt es in dem Schreiben von Kalbe. Der Klötzer Stadtrat habe sich mit der Thematik in seiner Sitzung am 17. September befasst. Im Antwortschreiben heißt es, dass weder der Stadtrat noch Schwiesau eine Notwendigkeit sehen, ihre Einzugsbereiche zu ändern, so Fuchs.

Stadtrat Oliver Stegert fordert schnelleres Agieren

Im Stadtrat hatte Oliver Stegert von der SPD-Fraktion ein schnelleres Agieren in Sachen Grundschule Estedt angemahnt. "Das dümpelt alles so vor sich hin. Es passiert nichts", machte Stegert deutlich.

Eine konkrete Antwort oder weitere Meinungsäußerungen von Stadträten gab es dazu am Montagabend im öffentlichen Teil der Ratssitzung nicht.

Zur Vorgeschichte: Das Land hatte die Mindestschülervorgaben für Grundschulen angehoben. Demnach müssen es für eine Übergangszeit in dünnbesiedelten Gebieten 52 Schüler sein. Die erste Klasse muss mindestens 13 Schüler haben. Ab 2017 soll die Gesamtschülerzahl dann bei 60 liegen. Die Estedter Grundschule erreicht diese Mindestvorgaben nicht mehr. Nachdem eine Änderung der Einzugsbereiche aufgrund von Elternprotesten scheiterte - Schüler aus Solpke und Weteritz und später aus dem Bereich Hemstedt und Lüffingen sollten künftig nach Estedt gehen - hatte die Verwaltung eine Beschlussvorlage mit Schließung der Schule und Zuordnung zur Reutter-Grundschule erarbeitet. Die wurde vom Stadtrat abgelehnt. Etwas anderes folgte dann allerdings nicht mehr. Lediglich die Prüfung von Widerspruch und Klage gegen einen Bescheid des Landesschulamtes. Die Behörde hatte verfügt, dass es für das jetzige Schuljahr keine erste Klasse in Estedt geben wird, weil die Einschülerzahl von 13 nicht erreicht wurde. Die acht Schüler wurden in die Reutter-Grundschule eingeschult. Der Estedter Schulbetrieb läuft jetzt mit der zweiten, dritten und vierten Klasse.