Güssefeld (mbc) l Vor 60 Jahren gingen Ernst Sauer und Elisabeth Lemme im Brautzug von ihrem Haus an der damals noch existierenden Gaststätte "Dammkrug" zur Kirche, um sich dort am 27. November 1954 das Ja-Wort zugeben. Am Sonnabend kurz vor 13 Uhr traten der 83-Jährige und seine 81-jährige Frau ebenfalls wieder aus der festlich geschmückten Haustür. Und dort erwartete sie - "Was soll das denn, ihr seid doch verrückt?"- eine Kutsche und Reiter, über die sich die zwei dann aber natürlich freuten und sich gern zur Kirche kutschieren ließen. Dort feierten sie nämlich den Gottesdienst zu ihrer diamantenen Hochzeit. Pfarrer Dieter Borchert hielt die Predigt und erinnerte darin an den langen gemeinsamen Lebensweg der beiden.

Aus Breslau in Schlesien verschlug es Ernst Sauer im Zweiten Weltkrieg in die Altmark. Die Lehre eines Schmiedes hatte er in seiner alten Heimat angefangen, nun wurde er Agrotechniker.

Bei einem Dorftanz lernte er schließlich seine Elisabeth kennen, die ihr Einkommen als Angestellte verdiente, und verliebte sich in die gebürtige Güssefelderin.

Zur Hochzeit im Oktober 1954 hatte auch schon Tochter Gudrun das Licht der Welt erblickt, es folgten die Söhne Karsten und Edgar.

Heute gehören zur großen Familie des Jubelpaares auch noch fünf Enkel und vier Urenkel.

Bis vor wenigen Jahren war Reisen das große Freizeitvergnügen der beiden. Heute kümmern sie sich um ihr Haus, den Hof und den Garten und natürlich besonders gern um die Enkel und die Urenkel. Nach der festlichen Zeremonie in der Güssefelder Kirche ging es dann mit der Familie zur kleinen Feier ins "Wieseneck" nach Winterfeld.