Verständigung funktioniert auch ohne Worte. Das lernten gestern die Solpker Grundschüler im Religionsunterricht von Kerstin Finger. Mit Unterstützung von Beatrice Trüe aus Miesterhorst stellte sie eine Szene aus der Passionsgeschichte nach. Anschließend gab es noch allerlei lustige Szenen. Auch die Schüler versuchten sich im Pantomime-Spielen.

Von Christina Bendigs

Solpke. Mucksmäuschenstill war es gestern früh im Religionsunterricht an der Solpker Grundschule. Religionslehrerin Kerstin Finger hatte sich für die Unterrichtsstunde Unterstützung von Beatrice Trüe aus Miesterhorst mitgebracht. Zusammen stellten Finger und Trüe eine Szene aus der Passionsgeschichte pantomimisch dar. Sie spielten jene Szene, in der sich Petrus seine Enttäuschung über sich selbst eingesteht, weil er seinen Freund Jesus verraten hat. Wegen des bevorstehenden Osterfestes wird das Thema derzeit im Religionsunterricht behandelt. Mit Interesse verfolgten die Mädchen und Jungen der dritten und vierten Klasse, was sich vor der Tafel abspielte.

Dass sich die beiden Laienspieler zuvor noch schminken mussten, war kein Problem. Wortlos, mit beruhigender Musik im Hintergrund, bereiteten sie sich auf die Szene vor. Geredet wurde aber trotzdem, und zwar allein durch Mimik und Gestik. Und obwohl die Schminkprozedur eine knappe Viertelstunde in Anspruch nahm, blieben die Schüler ruhig und verfolgten mit Interesse, wie sich Lehrerin und Mutter die Gesichter weiß malten, ihre Augenbrauen mit schwarzem Kajalstift betonten und ihre Lippen rot färbten.

Die Szene verstanden die Schüler gut und konnten im Anschluss alle Fragen von Kerstin Finger beantworten - ganz leise allerdings. Anscheinend hatte die wortlose Szene auf die Schüler abgefärbt.

Danach stellten Finger und Trüe noch einige lustige Szenen dar - sie pusteten einen imaginären Luftballon auf und spielten damit, bis der Ballon die Luft verlor, sie bauten aus kleiner werdenden Kartons einen Turm, und sie stellten, begleitet von einigem Gekicher der Kinder, eine Szene nach, in der zwei Personen ganz dringend zur Toilette müssen.

Die Mädchen und Jungen haben nun selbst Lust am Pantomime-Spielen bekommen, durften sie sich doch gestern auch schon einmal selbst darin versuchen. Die Kinder bildeten Paare. Einander gegenüber stehend, ahmten sie sich gegenseitig wie ein Spiegelbild nach.

Zu Pfingsten möchte Kerstin Finger noch einmal Pantomime in den Unterricht einbeziehen. Wenn alles klappt, dürfen sich dann auch die Schüler die weißen Handschuhe überstreifen und Szenen spielen. Das Interesse daran jedenfalls scheint groß. Fast alle Kinder meldeten sich, als Finger danach fragte, wer auch mal Pantomime spielen wolle.

Im vergangenen Jahr hatten Trüe und Finger schon einmal ein Pantomimestück gespielt. Damals aber kamen sie bereits geschminkt in die Schule. Dass die Kinder in diesem Jahr auch sehen konnten, wie die Verkleidung vonstatten geht, sei dem Zufall geschuldet. An der Miester Grundschule, wo das Duo in der vergangenen Woche aufgetreten war, hatten es die beiden nicht geschafft, sich vorher zu schminken. 120 Schüler hätten in Mieste dann dabei zugesehen und seien fasziniert gewesen, berichtete Finger. Den Solpker Schülern sollte das nicht vorenthalten werden.

 

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