Genthins Weltenbummler Thomas Dietert und Elly Kern haben nach einem Jahr ihren Globalen Triathlon erfolgreich gemeistert. Thomas Dietert berichtet heute über die letzte Etappe in Neuseeland. Gegenwärtig befinden sich die Beiden in Rumänien, um ihr Kanu abzuholen.

Genthin (spö) l Heute der letzte Reisebericht. "Es ist geschafft! Nach Ostern ging es allmählich dem Ende des Globalen Triathlons entgegen. Von Dunedin, einer bekannten Studentenstadt und Weinanbauregion, verließen wir die Ostküste, um landwärts Richtung Südspitze zu fahren. 250 relativ flache Kilometer standen uns bevor. Eine gebrochene Speiche, mehrere platte Schläuche und auch der kühle Wind erschwerten uns den Weg.

Wir stoppten in Gore, Neuseelands Hauptstadt der Bachforelle. Erneut genossen wir noch einmal die Großzügigkeit und Freundlichkeit der Neuseeländer. Von einer netten Familie wurden wir eingeladen, bei ihnen über Nacht zu bleiben. Noch am selben Tag fing Thomas eine prachtvolle Forelle, die wir zum Abendbrot im Ofen zubereiteten und gemeinsam mit der Familie teilten. Aus dieser Bekanntschaft ergab sich später sogar ein unvergesslicher Wochenendausflug mit Kajakfahren und Hüttenübernachtung im wilden und unbewohnten Fjordland Neuseelands.

Doch zuvor hieß es, unser gestecktes Ziel zu erreichen. Am 4. April brachen wir früh von Gore auf, um die letzte Radetappe zu fahren. 94 Kilometer lagen noch vor uns. Es lief gut und zügig bis auf die letzten 30 Kilometer. Starker Gegenwind, Regen und sechs Grad Celsius - ein Abenteuer, wie es im Buche steht. Wir waren vollkommen durchnässt, es war kalt und trotz der schlechten Bedingungen schafften wir es. Überglücklich erreichten wir Bluff, die Südspitze Neuseelands.

Wir hatten es geschafft. 3000 Kilometer Radfahren auf der Nord- und Südinsel Neuseelands lagen nun hinter uns. Wir hatte Mitte Dezember mit der letzten Etappe begonnen. Anfangs mussten wir uns durch den bergigen und anstrengendsten Teil des Nordlands reisen, bevor es entspannter durch das Zentral-Plateau ging. Gut in Form und motiviert haben wir die weniger hügeligen Etappen der Südinsel im Spätsommer durchradelt. Und nun waren wir am südlichsten Punkt!

Wahnsinn!

Am Morgen des 5. April fuhren wir zum "Stirling Point" , der die Südspitze und den Beginn des Highway 1 markiert. Ein Richtungsweiser mit Orten aller Kontinente und deren Entfernung war ein willkommenes Motiv zum offiziellen Ende der Radtour durch Neuseeland.

Somit endet eine Reise, die uns 14 Länder intensiv erleben ließ, die uns nahe zu den Menschen gebracht und unsere Empfindung sowie Eindrücke besonders geprägt hat. Wir sind glücklich, zufrieden und gesund. Wir blicken zurück auf ein Jahr voller Abenteuer in drei Etappen.

Doch das Reisen bringt nicht nur Freude und Gewinn mit sich, sondern auch Trauer und Verlust. Schmerzlich und tief betroffen hatte uns die Nachricht erreicht, dass unser geliebter Opa Otto frühzeitig und überraschend gestorben ist. Er war unser teuerster Begleiter, der mit großem Interesse und voller Freude unseren Weg verfolgte und sogar der Zeitung als Berichterstatter diente. Es hat uns sehr gefreut, dass er immer dabei war.

Bevor es nach Hause ging, verbrachten wir noch ein paar Tage und sahen uns fern ab des Radelns das Land an. Wanderungen, Fallschirmgleiten, Skydive und Mt. Cook, der größte Berg Neuseelands, standenauf unserer Liste.

Doch damit nicht genug. Unser geliebtes Kajak "Otto" liegt noch bei Freunden in Rumänien. Dies gilt es noch abzuholen, um dann endgültig zu Hause anzukommen.

Einen großer Dank gilt allen, die wir auf diesem Weg kennenlernen durften sowie allen, die uns in Gedanken oder in der Zeitung begleitet haben sowie unseren Unterstützern.