Bergzow l Vergangenen Sonnabend wurde Bilanz gezogen bei der Bergzower Feuerwehr, und das bedeutete gleichermaßen viel Lob und viel Kritik wie bei kaum einer anderen Elbe-Pareyer Feuerwehr. Denn es gibt in Bergzow etliche sehr engagierte Mitglieder der Feuerwehr und eine zahlenmäßig starke Kinder- und Jugendfeuerwehr, die voller Tatendrang ist. Und doch lassen die Zahlen der Beteiligung an den regelmäßigen Ausbildungsabenden sehr zu wünschen übrig, und nur fünf der 14 Kameraden der Einsatzgruppe haben die Mindestausbildungszeit von 40 Stunden im Jahr erreicht.

Ortswehrleiter Klaus-Dieter Ladwig mahnte deshalb, dass jedem Kameraden bewusst sein sollte, dass ohne fundierte Ausbildung ein entsprechendes Handeln bei Einsätzen nicht möglich ist. Denn durch Biogasanlagen, Photovoltaikanlagen, Naturkatastrophen und anderes habe sich die Einsatzspanne der Feuerwehr stark erhöht.

Insgesamt gehören 59 Mitglieder zur Bergzower Feuerwehr: 14 Aktive, 15 Passive, zwölf Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung und 18 Kinder und Jugendliche.

Bedauert hat Klaus-Dieter Ladwig auch, dass die Aktivitäten der Alters- und Ehrenabteilung in den vergangenen Jahren stark nachgelassen haben. Er wünscht sich, dass diese Kameraden wieder öfter zum Gerätehaus kommen - sei es zum geselligen Beisammensein oder, um die Aktiven bei der Pflege der Außenanlagen zu unterstützen.

Alarmiert wurde die Bergzower Feuerwehr im vergangenen Jahr achtmal. Zweimal waren Brände der Anlass, einmal ein Verkehrsunfall, weiterhin eine Tragehilfe für den Rettungsdienst, dreimal wurde der Einsatz abgebrochen.

Mit der Beteiligung an den Einsätzen und auch der ordentlichen Abarbeitung war der Ortswehrleiter sehr zufrieden. Hier habe sich die Ausbildung der vergangenen Jahre positiv ausgewirkt.

Die Löschwasserversorgung in Bergzow sei im Großen und Ganzen gewährleistet, jedoch erfüllen einige Brunnen nicht die Anforderungen moderner Pumpen, gab er zu bedenken. Hier müsse reagiert werden, mahnte er in Richtung Gemeinde.

An der gemeinsamen Übung auf dem Gelände der Straßenmeisterei Parey im November hatte die Bergzower Wehr auch teilgenommen. Klaus-Dieter Ladwig unterstrich in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit einer noch engeren Zusammenarbeit der Feuerwehren. Das Rendezvous-Verfahren mit Parey und Zerben habe sich bereits bewährt.

Auch beim Hochwassereinsatz waren die Bergzower dabei, insgesamt elf Kameraden aus dem Ort. "Viele Kameraden gingen hier an ihre Grenzen, körperlich und auch seelisch", erinnerte er.

Die Kameraden der Bergzower Feuerwehr waren 2013 auch bei Veranstaltungen im Dorf aktiv: Ladwig nannte die Absicherung des Weihnachtsbaumverbrennens und des Osterfeuers, das Maibaumstellen und -einholen sowie das Vereinsfest, und auch besondere Geburtstage und anderes.

Er erinnerte auch an Manfred Perleberg, der jahrzehntelang Mitglied der Feuerwehr war. Seinen Tod im vergangenen Jahr bedauern die Kameraden sehr.

Von den Aktivitäten der Kinder- und Jugendfeuerwehr berichtete Daniel Ladwig. Fünf Mädchen und 13 Jungen gehören dazu. Etwa alle zwei Wochen haben sie sich getroffen. Die Ausbildung wurde abwechslungsreich gestaltet, teilweise gemeinsam, teilweise getrennt für die Kinder unter zehn Jahren und die älteren. Es wurde auch viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Am Dorfleben hat die Kinder- und Jugendfeuerwehr mit Aktionen und Vorführungen teilgenommen.

Bürgermeisterin Jutta Mannewitz unterstrich die Mahnung des Ortswehrleiters, wie wichtig heute die Ausbildung ist angesichts der erhöhten Anforderungen an die Feuerwehr. Sie würdigte auch das Miteinander, das unter anderem beim Hochwasser mit Bravour zum Ausdruck gebracht wurde, und bedankte sich für den Hochwassereinsatz sowie für die tolle Aufnahme der Gäste aus der Partnergemeinde Jastarnia.

Sie lobte auch, dass die örtliche Jagdgenossenschaft Geld für gemeindliche Zwecke zur Verfügung gestellt hat: Diese hatte im Herbst der Kinder- und Jugendfeuerwehr einen Brandschutzkoffer im Wert von 800 Euro überreicht. Der Koffer soll auch bei Übungen mit den Kindergartenkindern zum Einsatz kommen, hatte Daniel Ladwig betont.

Unter den Ehrungen und Beförderungen gab es zwei besondere: Der langjährige ehemalige Wehrleiter Berthold Steffen wurde für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt, und der gerade mal 20 Jahre alte Dave Altmann wurde nach umfangreicher Ausbildung zum Löschmeister befördert.