Mit Gesang und Tanz, Spaß und Geselligkeit feierte die Chorgemeinschaft Hohenseeden am Sonnabend ihren 30. "Geburtstag". 1984 als gemischter Chor Hohenseeden gegründet, besteht das Ensemble seit 1998 als Zusammenschluss von Sangesfreunden mehrerer Orte mit großem Erfolg weiter.

Hohenseeden l "Heute wollen wir nicht arbeiten, sondern feiern", begründete Vereinsvorsitzender Hans-Jürgen Bamberger das kurze Begrüßungsständchen mit nur zwei Liedern, bevor er einen kleinen Rückblick auf die Chorgeschichte gab: Vor genau 30 Jahren, am 1. März 1984, waren nach einem Aufruf die ersten 13 Sangesfreudigen zusammen gekommen. Schon bald danach waren es 14 Sängerinnen und sechs Sänger.

Bereits im ersten Jahr seines Bestehens hatte der Chor die ersten Auftritte beim Erntefest und zu Weihnachten, und nach einem Jahr war er das erste Mal beim Chorkonzert in der Jerichower Klosterkirche dabei. 1986 hatte das Ensemble bereits 27 Mitglieder.

Mit Schmunzeln, aber auch ein wenig stolz erinnerten sich die Mitglieder daran, dass der Chor damals bereits ausgezeichnet wurde und den Titel "Hervorragendes Volkskunstkollektiv der DDR" erhielt.

Gern erinnern sich diejenigen, die damals schon dabei waren, auch an die guten Kontakte zu sowjetischen Sanges- und Musikfreunden und die Treffen mit ihnen. Eines dieser denkwürdigen Ereignisse war das 2. "Dorffest der deutsch-sowjetischen Freundschaft" auf dem Reitplatz Hohenseeden mit Chorgesang und Blasmusik, blickte Bamberger zurück.

Nach der Wende kam dann ein herber Einschnitt. Zunächst 14, dann nur noch elf, zwölf Mitglieder waren geblieben. Jetzt ging es darum, eine Strategie zu entwickeln, die dem Chor den Fortbestand ermöglichte.

Mit einem Aufruf im Jahr 1998 an alle Sangesfreunde der umliegenden Orte ist das gelungen. Mitglieder aus Parchen, Güsen, Parey, Genthin, Derben, und Ferchland kamen dazu. Die "Chorgemeinschaft Hohenseeden" war geboren. "Es machte wieder Spaß, neue Lieder zu singen", blickte Hans-Jürgen Bamberger zurück. Denn nun war wieder mehrstimmiger Gesang möglich.

Heute gehören 34 Mitglieder aus acht Ortschaften dem Chor an, der nach wie vor von Thomas Schöbel geleitet wird. Der ehemalige Hohenseedener wohnt jetzt in Berlin und kommt zu jeder Probe, zu jedem Auftritt den weiten Weg her, wofür ihm seine Sänger sehr dankbar sind. Denn wie es ohne ihn weitergehen sollte, mag sich keiner vorstellen.

Dass der Chorleiter manchmal als "Diktator" auftreten müsse, um das "schwatzhafte Völkchen" zu ernsthaftem Üben zu bringen, wird ihm gern nachgesehen und wohl auch erwartet. Denn der Erfolg spricht für sich. Viele schöne Auftritte hatte der Chor in der neuen Zusammensetzung bereits, regelmäßig auch in der Klosterkirche, außerdem wird die Geselligkeit gepflegt, und Vereins-Chef Bamberger hat schon etliche tolle Chorfahrten organisiert.

Nicht vergessen haben die Sänger ihren "Ersatz-Chorleiter" Jürgen Töpfer, der Thomas Schöbel bei Krankheit vertreten hatte und bereits vor zehn Jahren als Ehrenmitglied in den Chor aufgenommen wurde. "Es war mir immer ein hohes Vergnügen, mit Ihnen Musik zu machen. Sie sind eine tolle Chorgemeinschaft", sagte Töpfer bei der Festveranstaltung.

Glückwünsche gab es natürlich auch von Norbert Jankiewicz, dem Vorsitzenden des Sängerkreises Elbe-Havel. "Singen öffnet Ohren und Herzen, es führt zueinander", würdigte er die gemeinsame Leidenschaft. Dies unterstrich auch Elbe-Pareys Bürgermeisterin Jutta Mannewitz. Und auch Ortsbürgermeister Martin Rümschüssel sowie Gerhard Flügge, Vorsitzender der Agrargenossenschaft, gratulierten.

Urkunden gab es für langjährige Mitglieder: 30 Jahre dabei und damit Gründungsmitglieder sind Thomas Schöbel, Brigitte und Hans-Jürgen Bamberger und Christel Rümschüssel. Ebenfalls als Gründungsmitglieder geehrt wurden Frieda Lorenz und Monika Kottke, und eine Urkunde für 20 Jahre Mitgliedschaft erhielt Ottmar Beck.

Nach dem Abendessen gab es noch ein tolles Programm: Hans-Jürgen Bamberger hatte nach mehreren Jahren Pause erneut die Salzwedeler Tanzgruppe "Fitschebeen" eingeladen, die mit Volkstänzen und moderneren Tänzen aufs Neue jeden Zuschauer begeisterte. Zwischendurch hatten die Anwesenden ihr Vergnügen mit Otto-Reutter-Double Manfred Brand, der dann auch noch in weitere Rollen schlüpfte.

Und DJ Dieter sorgte dafür, dass bis spät in die Nacht auch das eigene Tanzbein tüchtig geschwungen werden konnte.

   

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