Die Bergzower Sporthalle ist gesperrt. Die Dachkonstruktion ist einsturzgefährdet. Offen ist, wann und ob das Gebäude in naher Zukunft wieder für die Bürger seine Türen öffnen wird. Das hängt vor allen von den zu erwartenden Kosten ab.

Bergzow l Flatterband ist vor der Bergzower Sporthalle gespannt. Die Wiese ist geteilt. Denn die Standsicherheit der Sporthalle ist ungewiss.

Nur durch Zufall kamen die Baumängel in der Dachkonstruktion zum Vorschein. Denn auf dem Dach der Halle sollte eine Fotovoltaikanlage installiert werden. Um die entsprechenden Lasten zu berechnen, schaltete die Gemeinde einen Statiker ein, der sich die Dachkonstruktion genauer ansehen sollte.

Das Ergebnis des Statikers überraschte dann alle. Der Fachmann stellte bei seinem Besuch in Bergzow fest, dass die Dachbinder nicht so an dem Gebäude befestigt sind, wie sie sollten. Verdrehte Dachsparren beunruhigten den Fachmann so stark, dass er die Halle sperren ließ. Da es sich bei dem Fachmann auch noch ausgerechnet um den Prüfstatiker handelt, den der Landkreis einsetzt, ist sein Urteil maßgebend, sagte Bauamtsleiterin Gabriele Panzlaff in dieser Woche. In welchem Umfang das Dach überhaupt reparabel ist, ist bislang unklar. Ob es überhaupt die Möglichkeit der Reparatur gibt oder ob das Dach gänzlich neu aufgebaut werden muss, wird aktuell von der Baubehörde der Gemeinde geprüft. Die Fachleute sollen entsprechende Vorschläge machen, meint Gabriele Panzlaff. Der einfachste Weg für die Gemeinde wäre sicherlich der Aufbau eines neuen Dachs mit einem neuen Dachstuhl. Das wäre offenbar auf die teuerste Variante.

Bereits nach dem Mauerfall wurde das Dach der Sporthalle verändert, erinnert sich Ortsbürgermeisterin Renate Räcke. Die Asbestplatten seien damals von dem Dach genommen und durch ein anderes Material ersetzt worden, weiß sie. Die Bauarbeiten seien aber bereits einige Jahre her. Einen Garantieanspruch könne die Gemeinde daraus nicht mehr herleiten, sagt sie weiter.

In der Bauverwaltung sucht die Bauamtsleiterin fieberhaft nach der Möglichkeit einer Förderung für die dringend notwendige Reparatur. Ob es überhaupt Förderprogramme gibt, die für ein derartiges Vorhaben in Frage kommen, ist offen. Zumal der Umbau der Sporthalle einst schon mal gefördert wurde. Ohne einen Zuschuss aus einem der zahlreichen Förderprogramme rückt die Sanierung der Sporthalle aber in weite Ferne. Selbst wenn der Gemeinderat wollte, könnte er aktuell kein Geld für den Bau locker machen. Denn der Gemeinde fehlt dafür als erste Voraussetzung ein beschlossener und genehmigter Jahresetat. Wann es einen Haushalt für die kleine Einheitsgemeinde geben wird, darauf mochte sich in dieser Woche Bürgermeisterin Jutta Mannewitz nicht festlegen, als sie der Ortschaftsratssitzung in Bergzow beiwohnte. Es werde noch einige Zeit dauern, kündigte sie vieldeutig an.

Aber selbst mit einem Jahresetat dürfte die Finanzierung der Dachreparatur schwer werden. So ist wohl kaum davon auszugehen, dass die Gemeinde einen zwischen Einnahmen und Ausgaben ausgeglichenen Etat vorlegen kann. Das wäre aber für die Kommunalaufsicht die Voraussetzung, um eine teure Ausgabe für ein zu reparierendes Dach zu bewilligen. Da die Bergzower Sporthalle weder für einen Schulbetrieb noch sonst zwingend geöffnet haben muss, gilt das Haus als sogenannte freiwillige Leistung. Die dürfte sich die Elbgemeinde nur bei einem ausgeglichen Jahresetat leisten. Für die Bergzower ist die Schließung der Sporthalle eine Katastrophe, räumt Jutta Mannewitz ein. Auswirkungen hat die Schließung auf zahlreiche Veranstaltungen. Unter anderem sagte der Heimatverein das Maifest ab. Der Maibaum wurde traditionell vor der Halle aufgebaut, was nun nicht mehr möglich ist.