In Ferchland soll das Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges vervollständigt werden. Der Heimatverein hat die Namen der damals Vermissten ausgegraben. Nun soll eine Tafel im 100. Jahr seit Ausbruch des Krieges an alle Gefallenen erinnern.

Ferchland l "Weiter 14 namentlich nicht Bekannte", heißt es auf dem Gedenkstein für die "gefallenen Kinder" Ferchlands. Als die Bewohner des Elbortes den Gedenkstein nach dem Ende des vierjähriges Krieges an der Kirche aufbauten, waren längst nicht alle Schicksale der Ferchländer Soldaten geklärt. Mit dem Hinweis auf die 14 nicht bekannten Einwohner, die offenbar ebenfalls im Krieg umgekommen waren, endete die Aufarbeitung.

Nun, im 100. Jahr nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, haben die Mitglieder des Heimatvereins Ferchlands diese dunkle Lücke in der Heimatgeschichte geschlossen. In mühevoller Kleinarbeit - über Monate hinweg - ist es den Mitgliedern gelungen, die Namen der 14 Bürger zu ermitteln, sagte am Mittwochabend Lothar Witte.

Der Vorsitzende des Heimatvereins stellte am Rande der Ortschaftsratssitzung die Idee der Vereinsmitglieder vor, eine zusätzliche Tafel an dem Denkmal anzubringen. Darauf sollen die 14 Namen verzeichnet sein.

Mit mehr als 600 Euro Kosten rechnet der Vereinsvorstand für die Anfertigung und Beschriftung der Tafel. Als der Heimatverein vor einiger Zeit Geld für die Denkmäler gesammelt hatte, behielten die Heimatfreunde noch rund 500 Euro übrig, fuhr er fort. 300 Euro aus der Spendensumme solle für die Tafel und der Rest für die Pflege der Denkmäler in der Zukunft ausgegeben werden, schlug Lothar Witte vor. Widerspruch gegen die Vereinspläne erntete er von Bürgermeisterin Jutta Mannewitz. Sie habe auch Geld für die Denkmäler gegeben, sagte sie. Sie sei davon ausgegangen, dass davon auch die Tafel für die nun namentlich bekannten Gefallenen bezahlt würde. Sollte ein kleiner Betrag übrigbleiben, könnte die Gemeinde dies übernehmen, stellte sie in Aussicht. Dem Vorschlag des Vereins, nur einen Teil der Spenden für die Tafel zu benutzen, widersprach sie. Der Verein sollte die gesamte noch zur Verfügung stehende Summe für die Namenstafel verwenden. Wenn in einigen Jahren noch einmal Geld für die Reinigung des Denkmals benötigt werde, könnte eine neue Sammlung gestartet werden, meinte sie.

Ortsbürgermeister Walter Henning sprach sich ebenfalls dafür aus, den gesamten Spendenbetrag für die neue Tafel auszugeben. Allerdings, schränkte Lothar Witte ein, sei noch nicht klar, ob die bislang ermittelten Kosten sich nicht noch senken ließen. Schließlich habe der Verein bislang nur ein Kostenangebot eingeholt. Vielleicht ließe sich mit einem Preisvergleich noch etwas an den Kosten drehen, meinte er.

In welchem Rahmen die Namenstafel an dem Denkmal befestigt werden soll, sei ebenfalls noch nicht bis zum Ende diskutiert worden. Denkbar wäre vielleicht eine kleinere Gedenkveranstaltung. Schließlich jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Überall in Europa wird es Gedenkfeiern geben.

In Ferchland sind mit der Geschichtsforschung alle ehemaligen Soldaten namentlich in ihren Ort zurück gekommen. Unter den nun bekannten Soldaten befinden sich einige, deren Familien bis heute in dem kleinen Elbort wohnen, erklärt Lothar Witte.

Jahrzehntelang war der Verbleib der Männer unbekannt geblieben, da sie im Krieg vermisst wurden. Erst Jahrzehnte später konnten die Ferchländer Freizeitforscher in akribischer Kleinarbeit das Schicksal der Einwohner anhand der Listen der verstorbenen mit den Kirchenbüchern vergleichen. In vielen Stunden akribischer Suche gelang den Ferchländern schließlich der Durchbruch, um das Kapitel Erster Weltkrieg zu schließen.

Vielleicht organisiert auch die Gemeinde zusammen mit den Geschichtsforschern eine Gedenkstunde. Schließlich geht es ja um die Einwohner der Gemeinde.