Genthin l Hat die Genthiner Polizei die jüngste Brandserie in der Region aufgeklärt? Die Beamten ermitteln derzeit gegen einen 40 Jahre alten Feuerwehrmann aus Genthin.

Dies bestätigte Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Vorgeworfen wird ihm jedoch zunächst, einen Brand in der Kanalstadt gelegt zu haben. Weitere Fragen wollte Kriebitzsch gestern nicht beantworten. Laut Volksstimme-Informationen handelt es sich um einen Containerbrand Anfang des Jahres im Neubaugebiet Uhlandstraße. Der Mann gehört der Genthiner Feuerwehr erst seit drei Jahren an, ist in der Stadt nicht aufgewachsen.

Feuerwehrmann ist suspendiert

Per Boten bekam der Feuerwehrmann am gestrigen Freitag die Suspendierung zugestellt. "Persönlich haben wir ihn zu Hause nicht angetroffen", sagte Bürgermeister Thomas Barz. Er sei in einem solchen Fall zum Handeln gezwungen: "Es handelt sich bei Feuerwehrleuten um ein Ehrenbeamtenverhältnis, das in einem solchen Fall mit sofortiger Wirkung außer Kraft gesetzt wird."

Kreisbrandmeister schockiert

Ein endgültiger Ausschluss aus der Feuerwehr würde erst bei einer Verurteilung folgen. Barz zeigte sich gestern persönlich betroffen: "Ich kann solche Dinge nur schwer nachvollziehen, zumal es hier eine sehr gesunde kameradschaftliche Struktur gibt."

Betroffen zeigte sich auch Kreisbrandmeister Walter Metscher. Er sagte: "Das ist ein Schock für das gesamte Feuerwehrwesen. Traurig finde ich, dass Menschen die ehrenamtliche Arbeit unserer Kameraden mit Füßen treten." Der Biederitzer meint aber auch: "Vielleicht muss man auch die menschliche Seite eines solchen Falles beleuchten. Was treibt jemanden zu solchen Dingen an?" Mehrfach haben sich in den vergangenen Jahren Genthiner Feuerwehrleute als Brandstifter entpuppt. 2005 wurde ein 18-jähriger Wehrangehöriger auf frischer Tat gestellt.

Polizisten hatten beobachtet, wie der Mann in Altenplathow mit einem Feuerzeug einen Containerbrand entfachte. Er soll weitere 30 Brände gelegt haben, war beim Löschen immer dabei. Als Motiv für die Taten nannte er die Aufwandsentschädigung von 5,20 Euro pro Einsatz. Verurteilt wurde er jedoch nur für eine Brandstiftung.

Einen weiterer Brandstifter gab es ein Jahr zuvor im Stadtteil Altenplathow. Der 30-jährige Feuerwehrmann war dort Gruppenführer. Er hat innerhalb eines Jahres etwa 50 Brände, darunter Bodenlauffeuer und Containerbrände, gelegt. Der damalige Stadtfeuerwehrleiter Reinhard Schulze zeigte sich betroffen.

Er sagte 2004: "In den zurückliegenden neun Jahren wurde aus den Reihen der Wehr nunmehr der dritte Brandstifter überführt."