Ferchland hat ein schönes Hochufer. Von hier ließe sich die Elbe wunderbar betrachten, wenn die Vegetation nicht die ganze Aussicht überwuchert hätte. Nur im Winter lässt sich der atemberaubende Blick sehen.

Ferchland l Das Hochufer von Ferchland lässt einen Blick weit über die Elbe zu. Zahlreiche Bänke gibt es an einem kleinen Wanderweg am Ortsrand. Besucher, die einen Blick auf den ruhig fließenden Fluss werfen wollen, sollten sich aber beeilen. Denn in der kommenden Woche dürfte es mit dem Ausblick vorbei sein. Denn die Aussichtspunkte in Ferchland wachsen seit Jahren zu.

Der Ferchländer Ortschaftsrat klagte erst bei seiner jüngsten Sitzung über die Aussichtspunkte ohne Aussicht. Das Hochufer sei kein Aushängeschild mehr für den Ort, meinte der Ortsbürgermeister Walter Henning. Dabei setzt Elbe-Parey wie kaum eine andere Kommune im Landkreis auf den Tourismus. Verstecken muss sich die kleine Einheitsgemeinde mit ihrer teils atemberaubenden Landschaft auch nicht. Doch dürfte der Besuch des Hochufers in Ferchland für Besucher dauerhaft in Erinnerung bleiben, befürchten die Ferchländer einen Imageschaden.

Dringend, baten sie Bürgermeisterin Jutta Mannewitz, solle die Gemeinde die Bäume stutzen und so wieder für freie Sicht sorgen. Wenigstens an einigen Punkten müsse der Bewuchs des Steilufers gezügelt werden, sprachen sich die Ortschaftsräte aus. Ob das allerdings so einfach ist, daran haben auch die Volksvertreter in der Ortschaft ihre Zweifel. Denn das Hochufer steht unter Schutz. Als Landschaftsschutzgebiet ist die Fläche zwischen Ferchland und dem Wasser ausgewiesen. "Wir hätten ja selbst schon die Bäume beschnitten", meint Ingo Tiesler. Nur sei niemand sicher, ob die Bürger so einfach Hand anlegen dürften. "Wir wollen nicht noch eine Anzeige bekommen", erklärt er die Bedenken.

Versprechungen kann an dem Abend Bürgermeisterin Jutta Mannewitz nicht machen. Die Gemeinde habe Arbeitskräfte bei der Arbeitsagentur beantragt. 15 Beschäftigte wünscht sich die Gemeinde, um den sogenannten grünen Bereich der Kommune zu pflegen. Sie gehe davon aus, dass die Personenanzahl auch bewilligt werde, sagte die Bürgermeisterin.

Ob die Gemeinde dann aber im Landschaftsschutzgebiet die Bäume einfach so beschneiden könne, bedürfe eine weiteren Klärung. Mindestens die Umweltbehörde des Landkreises müsse hier eingeschaltet werden.

Dabei hätte den Planern des Weges am Hochufer vor Jahren klar sein können, dass die Vegetation auch gepflegt werden muss, um den Ausblick auf die Elbe zu erhalten. Doch anstatt für Sicht zu sorgen, wurden sogar vor Bänken Hecken gepflanzt. Inzwischen sind die Pflanzen mannshoch gewachsen.