Wie geht es weiter mit dem Dorfgemeinschaftshaus in Bergzow? Stefan Ringwelski hatte in der jüngsten Elbe-Pareyer Gemeinderatssitzung diese Frage gestellt und war mit der Antwort gar nicht zufrieden. Denn die Sanierungskosten werden auf etwa 70 000 Euro geschätzt, und eine Förderung könne frühestens 2015 beantragt werden.

Elbe-Parey/Bergzow l "Wir haben auf diese Frage schon gewartet", räumte Bauamtsleiterin Gabriele Panzlaff ein. Die Heiterkeit, die das auslöste, hielt allerdings nicht lange vor. Denn was sie nun zu sagen hatte, war wenig erfreulich. "Die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses war ja schon mal über die Dorferneuerung gefördert worden", erinnerte sie. "Wir haben - da die Gemeinde keine Eigenmittel zur Reparatur zur Verfügung hat - jetzt noch einmal eine Anfrage an das ALFF gestellt." Sie habe die Antwort bekommen, dass es dieses Jahr keinen Fall mehr Mittel dafür geben werde und der Antrag auf die Liste der Maßnahmen für 2015 komme.

Die ermittelte große Summe von etwa 70 000 Euro komme zustande wegen der besonderen Baukonstruktion: Das Gebäude habe keine eigene Decke, diese hänge unmittelbar an den Dachbindern, und wenn das Dach heruntergenommen wird, stehe man deshalb unter freiem Himmel.

Die Förderhöhe betrage zur Zeit noch 65 Prozent. Ob das 2015 auch noch so ist und ob das Leader-Management dieses Vorhaben dann genehmigen wird, das müsse abgewartet werden.

"Das Dorfgemeinschaftshaus hat eine ganz wichtige Rolle für das Dorf und die Veranstaltungen, die dort stattfinden", stellte Stefan Ringwelski die Situation aus Sicht der Einwohner dar. "Das ganze Dorf trifft sich dort", betonte er und nannte viele Beispiele für Veranstaltungen und Vereine, die die Räume nutzen. "Wenn wir hören, dass es ein, zwei Jahre dauert, ist das ein nicht haltbarer Zustand! Das ist, als ob eine Straße gesperrt ist!"

Er habe sich selbst schon bei einem Fachmann erkundigt und eine Summe von 50 000 Euro als einen realistischen Preis genannt bekommen. "Ich möchte an den Gemeinderat appellieren, dass man zeitnah Lösungen findet." In Bergzow habe man Bedenken, dass es sonst in Vergessenheit gerate und eine Ruine wird.

Man sollte Wege suchen, die 50 000 Euro schnell aufzubringen, ohne auf Fördermittel zu warten.

Rita Golz, Leiterin des Bergzower Frauenchors, fragte, ob nicht wenigstens die Räume im Anbau genutzt werden könnten, wenn man sie durch einen separaten Zugang betritt. Das soll geprüft werden.

Zu Wort meldete sich auch Gordon Baier, der den Schaden im Dachstuhl überhaupt erst entdeckt hatte - weil er den Zuschlag zur Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach bekommen hatte. Er hatte sogar eine noch wesentlich kostengünstigere Variante anzubieten einschließlich der Zusage eines möglichen Teil-Investors.

Hier konterte Bauamtsleiterin Gabriele Panzlaff jedoch sofort mit dem Verweis darauf, dass der Prüfstatiker des Bauordnungsamts vor Ort war und die sofortige Sperrung des Gebäudes anordnete. Er solle bei den Bergzowern keine falschen Hoffnungen wecken, sagte sie zu Gordon Baier.

Stefan Ringwelski unterstrich aber noch einmal: Wenn man Investoren habe, die einen Teil der Kosten übernehmen, dann müsse es doch möglich sein, gemeinsam mit dem Ort schnell zu einer Lösung zu kommen.

An einen entscheidenden Fakt erinnerte Bürgermeisterin Jutta Mannewitz noch: Das Objekt steht (laut Beschluss des Gemeinderats) zum Verkauf. Wenn es Interessenten gebe, könnten dann diejenigen auch so damit verfahren, wie sie es für richtig hielten.