Mit einem Gläschen Sekt stießen die Kandidaten der Leseraktion "Du bist spitze 2013" auf der Plattform des Genthiner Wasserturms auf ein rundum gelungenes Finale an. Dem ging eine zwanglose Plauderei in der ersten Etage des Wahrzeichens voraus.

Genthin l Mit den Kandidaten der Leserwahl 2013 nahm am Donnerstag die gute Laune am Tisch Platz, um den sich Elko Bernau, der frisch gekürte Lokalmatador Edwin Roth, Elli Kern, Gerhard Paruschke, Robby Schulze und Christel Blunk versammelt hatten. Friedrich Schwarz aus Parey und Thomas Dietert aus Genthin hatten sich entschuldigt.

"Ich glaube", sagte Lokalmatador Edwin Roth im Namen aller Kandidaten, "wir alle haben mit der Leseraktion das Image unseres ehrenamtlichen Tuns aufwerten können." Über 1431 gültige Stimmen waren in diesem Jahr eingegangen.

Gerhard Paruschke, das Gesicht des Tucheimer Motorsportes, freute sich, dass der Verein hochklassige Veranstalungen garantiere, die auch wirtschaftliche Auswirkungen zeigen und ein Gewinn für Tucheim seien.

Mit Gerhard Paruschke und Edwin Roth war in der Kandidatenliste übrigens erstmals eine Lehrer/Schüler-Beziehung gesetzt. "Gerhard Paruschke war ein wirklich guter Lehrer, ich hingegen war ein schlechter Schüler", gestand der Paplitzer in der Plauderei. Paruschke hatte dafür nur ein kurzes "Das stimmt" parat.

Am Ende stand ein knappes Ergebnis

Nicht jeder war gleich Feuer und Flamme, sich an der Leseraktion zu beteiligen, wie das Beispiel von Christel Blunk aus Jerichow beweist. "Mir war überhaupt nicht wohl dabei, als ich meine Teilnahme-Zustimmung gegeben hatte und wollte sie am nächsten Tag zurückziehen. Als ich dann die Zeitung aufgeschlagen habe, traute ich meinen Augen kaum: Da war schon alles veröffentlicht". Dass ihr letztlich nur elf Stimmen zum Lokalmatador Edwin Roth gefehlt haben, habe manchen Jerichower gejuckt. "Wir hätten doch noch einmal richtig Stimmen sammeln sollen", hätten Bekannte gesagt. Vielleicht wie die Paplitzer, wo Ortsbürgermeister Franz Schuster eine Stimmensammelaktion generalstabsmäßig organisiert hatte.

Elli Kern ist eine der ganz wenigen Nicht-Genthiner, die in der Geschichte der Wahl zum Lokalmatadoren den Sprung auf die Kandidatenliste geschafft haben. Die zukünftige Lehrerin, die gegenwärtig in Potsdam ihr Referendariat absolviert, war völlig erstaunt, als sie von ihrer Seminarleiterin und ihrem Schulleiter auf die Leserwahl angesprochen wurde. Sie waren darauf aufmerksam geworden, weil sie die Volksstimme online verfolgen. "Natürlich haben sie sich an der Abstimmung beteiligt", berichtet Kern.

Neben Elli Kern und Thomas Dietert hatte die Jugend mit Sänger Robby Schulze ein heißes Eisen im Feuer. Schulze, der inzwischen seinen Lebensmittelpunkt in Brandenburg/Havel hat, machte den Genthinern Komplimente. "Ich habe das Gefühl, die Genthiner sind weltoffener geworden. Durch das, was im vergangenen Jahr angestoßen wurde, sehe ich eine neue Aufbruchstimmung."

Elko Bernau, der sich in der Parchener Feuerwehr und in der DLRG engagiert, tippte darauf, dass ihm die Bekanntheit, die er über seine Arbeit in der Schwimmhalle erlangt hat, auch Stimmen eingebracht hat. Dass die Wahl wohl prima laufe, habe er geahnt, als er einen Packen auf ihn ausgestellte Stimmzettel in den Volkssimme-Postkasten werfen wollte und der zum Überquellen mit anderen Stimmzetteln voll war.

Konzert für Sanierung des Wahrzeichens angeregt

Dass sich die Lokalmatador-Kandidaten 2013 diesmal in der ersten Etage des Wasserturms, den Räumlichkeiten des Kunstvereins trafen, weckte die Neugier am Genthiner Wahrzeichen.

"Ich habe nicht gewusst, dass der Stadt Genthin Geld für die dringende Sanierung des Wasserturms fehlt", sagte Sänger Robby Schulze. "Vielleicht sollte ich ein Benefizkonzert zugunsten des Wasserturms geben, auch wenn der Erlös eines einzigen Konzertes bei weitem nicht ausreicht, die Unkosten einer Sanierung zu decken." Elko Bernau fand die Idee Schulzes jedenfalls fabelhaft und griff sie sofort auf. "Die DLRG würde sich jedenfalls anbieten, die Absicherung mit Sanitätern zu übernehmen." "Ich finde, der Wasserturm ist das Wahrzeichen Genthins, er vermittelt Heimatgefühl", pflichtete Gerhard Paruschke bei.

Der Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes war dann der gemeinsame Aufstieg zur Plattform des Wasserturms, für den 225 Stufen zu erklimmen waren. Gerhard Paruschke erinnerte sich daran, dass er im Alter von zwölf Jahren letztmalig auf dem Turm war. Christel Blunk flunkerte auf der Plattform: "Ich genieße den Ausblick in vollen Zügen, in meinem Leben kommen ich bestimmt nicht wieder hierher."

Edwin Roth, der vor der Besteigung Bedenken wegen seiner Höhenangst angemeldet hatte, meisterte die Tour mit Bravour und konnte wenig später bei bester Gesundheit die Heimreise antreten, um dort mit den Paplitzern auf seinen Titel anzustoßen. Elli Kern und Robby Schulze bekannten sich dazu, Erstbesteiger des Wasserturms zu sein, während Elko Bernau bereits 1988 der Plattform einen Besuch abstattete.

Alle Teilnehmer an der Wahl zum Lokalmatador 2013 wurden mit einer Urkunde geehrt.