Ein ganz junges Ferkel auf den Arm nehmen - das war für die Kinder der 3. und 4. Klassen des Grundschulzentrums Elbe-Parey in Güsen das schönste Erlebnis einer interessanten Exkursion. Sie gehörten den ersten Schulklassen an, die sich die Stallanlagen der Firma Straathof in Gladau anschauen durften.

Güsen/Gladau l Alle Sachen ausziehen, zwei Minuten unter die Dusche und auf der anderen Seite in komplett neue Sachen schlüpfen - das gehörte für Schüler und Lehrer dazu bei dieser Exkursion. Darauf und auf vieles andere waren sie gut vorbereitet. Denn Nicole Abel, Mutti eines Grundschulkindes in Güsen und bei Straathof beschäftigt, hatte zuvor umfassend informiert.

Von Nicole Abel war auch die Initiative für diese Exkursion gekommen: Sie hatte in der Schule angefragt, ob Interesse besteht, berichteten Schulleiterin Carola Rosenmüller und die vier Lehrerinnen Dagmar Rudloff, Anke Körner, Jana Sack und Andreas Mnich, die die Schüler begleitet hatten - am Montag die 3. Klassen, am Dienstag die 4. Klassen. Und weil das auch noch richtig gut in den Sachkundeunterricht hineinpasste, wurde diese Möglichkeit sehr gern genutzt.

In der 3. Klasse seien im Unterricht gerade Haustiere wie Schwein, Rind und Huhn drangewesen, außerdem Betriebe im Jerichower Land. Und für die 4. Klassen war es eine gute Auffrischung, und man habe auch gemerkt, dass die älteren Kinder schon über vieles besser Bescheid wissen, berichteten die Lehrerinnen.

Im Betrieb gab es klassenweise im Wechsel eine Stallrunde und eine Hofrunde, zu der auch die Besichtigung der Biogasanlage gehörte.

Im Stall wurden zuerst die älteren Ferkel, die schon 25 Kilogramm wiegen, angeschaut, dann ging es zu den Sauen in die Abferkelstation. Hier hatten alle Kinder das Glück, mitzuerleben, wie Ferkel geboren werden. Eines der ein bis zwei Tage alten Ferkel durften sie sogar auf den Arm nehmen. In den Aufzuchtbuchten sahen sie dann die drei Wochen alten Tiere. Streicheln durften sie auch diese und auch Sauen und waren erstaunt, wie zart und weich die Kleinen sind und wie hart und borstig die Großen. Einige Kinder durften sogar "Ferkel machen": Sie erlebten die Besamung mit und durften Samen unter dem Mikroskop anschauen. Die Kinder erfuhren, wie wichtig die altersgerechte Futtermischung ist und wie dies am Computer gesteuert wird, sahen die verschiedenen Getreidesorten und erfuhren, was Schrot ist.

Alles wurde kindgerecht erklärt, und zum Schluss gab es noch ein Quiz, bei dem die Kinder zeigen konnten, was sie gelernt haben, außerdem Bastelbögen und Lesetexte über Schweinehaltung früher und heute. Dass die Kinder nach dem etwa zweistündigen Rundgang tüchtig Hunger haben würden, hatten die Gastgeber auch erwartet und noch für einen zünftigen Imbiss gesorgt, bevor sie alle wieder mit Kleinbussen nach Güsen zurück brachten.

Den Kindern habe diese Exkursion sehr gefallen, berichteten die Lehrerinnen. "Sie waren beeindruckt, dass trotz der großen Anzahl der Tiere alles so sauber ist, und mit wieviel Liebe und Engagement sich die Mitarbeiter um die Tiere kümmern." Sie sind sich einig: "Wir würden das jederzeit wieder machen!"

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