Pfingstsonntag feierten die Kirchengemeinden der Region traditionell ihre Konfirmationen. Erstmals durften die Konfirmanden als Höhepunkt des Gottesdienstes am Abendmahl teilnehmen.

Von Simone Pötschke

Genthin l Die jungen Menschen, die sich in der Region für die Konfirmation entscheiden, sehen sich nach wie vor einer weitaus überlegenden Zahl an Jugendweiheteilnehmern gegenüber. Das Nebeneinander von Jugendweihe und Konfirmation war dabei jedoch nicht immer friedlich.

Unter Zugzwang geraten, ging die evangelische Kirche zu DDR-Zeiten dazu über, Konfirmationen zum Pfingstfest durchzuführen, nachdem die Jugendweihen staatlicherseits zur Osterzeit angeordnet wurden.

Dabei war es in der frühen Kirchengeschichte Tradition, zu Ostern Konfirmationen zu feiern. Das Abendmahl gab es am Karfreitag. Die Konfirmation hat jedoch in der weiterzurückliegenden Geschichte der Kirche weitaus mehr Veränderungen erlebt. Erhielten ursprünglich Erwachsene die Taufe, ging die Kirche später dazu über, Kinder zu taufen. Dem heranwachsenden Kind werden bei der Taufe Paten zur Seite gestellt, deren Aufgabe es ist, gemeinsam mit den Eltern und als Verbindungsglied der Gemeinde den Täufling bis zur Konfirmation zu begleiten. Er wird christlich erzogen, bis er Ja zum Glauben sagt. Auf diesen Schritt - die Konfirmation - bereitet sich der Konfirmand mit der Teilnahme an einem Unterricht vor, der über zwei Jahre läuft. Ein großer Aufwand, der dem Stellenwert der Konfirmation im Leben der evangelischen Kirchengemeinde gerecht wird. Schließlich erkennt der Jugendliche mit der Konfirmation die Taufe an und bekennt sich dazu, ein Leben als Christ zu führen. Mit der Zulassung zum Abendmahl - der Höhepunkt des Konfirmationsgottesdienstes - erhalten die jungen Christen alle Rechte und Pflichten eines Gemeindegliedes. Sie dürfen das Patenamt ausüben, sind wahlberechtigt oder dürfen sich mit Vollendung des 18. Lebensjahres in den Gemeindekirchenrat wählen lassen. Mit der Konfirmation übernehmen sie die Pflicht des Gottesdienstbesuches, aber auch die zur späteren Zahlung der Kirchensteuer.