Gina Schieck aus der 7. Klasse ist die neue "Balladenkönigin" der Sekundarschule "An der Elbe" Parey. Mit einem ausgezeichneten Vortrag von Goethes "Zauberlehrling" überzeugte sie die Jury. Ihr Vorgänger, Richard Jansky, war diesmal nur noch außer Konkurrenz dabei.

Parey l "Die ich rief, die Geister, werd` ich nun nicht los!" Diese Zeilen aus dem "Zauberlehrling" könnte man symbolisch sehen für diesen Wettbewerb, der nun bereits zum dritten Mal hier stattfand. Freilich: Gedichte zu lernen ist manchem Schüler ein Gräuel, lange Balladen erst recht. Und doch haben sich erneut 18 Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klassen gemeldet, um zusätzlich zum Vortrag im Unterricht auch noch öffentlich vor einer Jury aufzutreten.

Welche Ballade sie vortragen wollten, konnten sich die Schüler selbst aussuchen. Zusätzlich zu lernen brauchten sie keine, sondern konnten eine von denen wählen, die sie sowieso im Rahmen des regulären Schulstoffs gelernt hatten. So wunderte es kaum, dass tatsächlich zwölf Schüler ihren Vortrag mit den Worten " Wer reitet so spät durch Nacht und Wind ..." begannen. Goethes "Erlkönig" war dieses Jahr der große Favorit bei den jungen Leuten, während Theodor Fontanes "John Maynard", die Alternative der Sechstklässler und sonst auch gern gewählt, diesmal gar nicht dran kam.

Zwei Schüler der 7. Klasse - Pascal Mebes und Niklas Zürch - wählten "Das Gewitter" von Gustav Schwab, das mit den Worten "Urahne, Großmutter, Mutter und Kind in dumpfer Stube beisammen sind ..." beginnt und die verschiedenen Hoffnungen und Wünsche der Generationen darstellt, die dann alle begraben werden. Die anderen Schüler der 7. Klassen hatten sich für den "Zauberlehrling" entschieden, und auch Richard Jansky rezitierte diese Ballade noch einmal. Er hatte sich zweimal den Titel des "Balladenkönigs" geholt und nahm jetzt, mittlerweile Schüler der 8. Klasse, nicht mehr am Wettbewerb teil.

Seinen "Königsmantel" reichte Richard Jansky bei der Siegerehrung an seine Nachfolgerin Gina Schieck weiter. Sie sagte den "Zauberlehrling" nach ihrer "Krönung" ein zweites Mal auf - oder besser gesagt, sie lebte die Geschichte und zog ihre Zuhörer regelrecht mit hinein ins Geschehen. Sich trauen, vor Publikum so aus sich herauszugehen, das gehört neben dem nötigen Talent, es überhaupt zu können, auch dazu, um einen Preis zu gewinnen. Gina hat es im zweiten Anlauf geschafft. Im vorigen Jahr sei sie im Unterricht auch schon toll gewesen beim Vortrag, berichteten die Lehrerinnen. Dann beim Wettbewerb hatte sich aber Nervosität breit gemacht und es klappte nicht mehr so richtig. Jetzt war das anders. Es war ein Genuss, ihr zuzuhören.

Der Jury gehörten bewusst nicht diejenigen Deutschlehrerinnen an, die die Schüler auch im Unterricht haben, damit alle völlig neutral herangehen konnten. Schulleiterin Anita Krüger, Lehrerin Patrizia Jorra, Schulsozialarbeiterin Aileen Gruß, Christine Schreiber als Inhaberin des örtlichen Buchgeschäfts, Corina Dignatz als Mutti und Richard Jansky als bisheriger Titelinhaber gehörten der Jury an.

Christine Schreiber hat der Schule erneut Bücher gesponsert, die für die Schulbibliothek bestimmt sind. Für die Siegerin und die Platzierten - Michel Wolf (2. Platz) und Marie Ryssmann (3. Platz) hatte auch Bürgermeisterin Jutta Mannewitz Präsente mitgebracht. Eine Urkunde erhielten alle Teilnehmer.

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