Dr. Helmut Preuß ist der neue Ortsbürgermeister von Güsen. Die neuen Ortschaftsräte wählten ihn einstimmig. Ebenso erfuhr Elisabeth Scheck als stellvertretende Ortsbürgermeisterin die Zustimmung aller Räte. Egon Buchmann wurde nach etwa 22 Jahren als Bürgermeister beziehungsweise Ortsbürgermeister verabschiedet.

Güsen l Aus dem Ortschaftsrat hat sich Egon Buchmann zurückgezogen, wird Güsen aber weiterhin im Gemeinderat vertreten, zusammen mit zwei weiteren Räten. Elisabeth Scheck bedankt sich im Namen der Güsener für seine Arbeit, bevor sie als Älteste im Rat die Verpflichtung der neuen Räte übernahm.

Vor der Wahl des neuen Ortsbürgermeisters erinnerte Hauptamtsleiter Volker Zunder noch einmal daran, dass im Güsener Ortschaftsrat neun Mitglieder sein könnten, jedoch hatten sich nur sechs Kandidaten zur Wahl gestellt.- "Zum Glück sind auch alle gewählt worden, sonst wäre eine Nachwahl erforderlich gewesen." Denn zwei Drittel der festgelegten Ratsmitglieder sei das Minimum, und das sei so gerade erreicht.

Auch die neuen Güsener Räte stimmten einer offenen Wahl des Ortsbürgermeisters und Stellvertreters zu. Elisabeth Scheck, die erneut die meisten Stimmen bekommen hatte, schlug Dr. Helmut Preuß als neuen Ortsbürgermeister vor. "Er hat als Einzelkandidat fast 500 Stimmen bekommen, ist ein gebürtiger Güsener, und ich finde es gut, wenn jemand, der neu dazu kommt, eine solche Aufgabe übernimmt", begründete sie ihren Vorschlag.

Sie selbst wollte dieses Amt nicht, erklärte sich aber bereit, als Stellvertreterin tätig zu sein.

Einwohner und Vereine mehr mit einbeziehen

"Für mich ist das eine steile Karriere", scherzte Preuß. Über die Zukunft in Güsen hatte er sich bereits einige Gedanken gemacht. "Meine Vorstellung ist, dass die Kommunalpolitik in Güsen auf drei wesentlichen Säulen basieren soll: Die erste Säule sind unsere Menschen hier in Güsen. Es muss uns gelingen, sie in die Kommunalpolitik enger mit einzubeziehen." Es soll regelmäßig Ortschaftsratssitzungen mit einem öffentlichen Teil geben, eventuell auch Ortsbürgermeister-Sprechstunden, und es schwebe ihm ein Briefkasten vor, wo die Bürger ihre Vorschläge einbringen können.

Die zweite Säule der Kommunalpolitik seien die Vereine. "In den Vereinen sind Bürger aktiv tätig, sie stellen das kulturelle Leben im Ort dar." Keinesfalls wolle er dabei die Feuerwehr vergessen und ebenso müssen die Kirchengemeinde, die Kita und die Grundschule mit einbezogen werden.

Als dritte Säule sehe er die Gewerbetreibenden, und zwar nicht nur aus Sicht der Gewerbesteuern und Spenden, sondern auch dahingehend, sie bei der Verschönerung des Ortes mit einzubeziehen.

Bis zum Jahresende sollte eine Bestandsaufnahme gemacht werden, woran die Bürger aktiv beteiligt werden und Vorschläge einbringen sollen. "Wir wissen, dass die ökonomischen Entscheidungen in Parey getroffen werden", fügte er an, aber zusammen mit den Bürgern, Vereinen und Gewerbetreibenden seien die Güsener durchaus in der Lage, nachhaltige Vorschläge zu unterbreiten, an denen auch der Gemeinderat nicht vorbeikommt.

Dr. Helmut Preuß schaut auch schon über die Wahlperiode hinaus: 2021 stehe die 800-Jahrfeier in Güsen an, und eine solch bedeutende Feier müsse langfristig vorbereitet werden, beginnend schon im letzten Drittel der Amtszeit der jetzigen Räte. Und nächstes Jahr werden die beiden Sportvereine, der Güsener Handballclub und Germania Güsen, 25 Jahre alt. Ziel sollte es sein, ein Fest mit beiden Vereine gemeinsam zu veranstalten.

Ausblick: 800-Jahrfeier, vielleicht auch Maifeste

Als Gäste in der Ratssitzung waren unter anderem mehrere Mitglieder der Güsener Landfrauen. "Wir sind gekommen, um dem neuen Ortschaftsrat und dem neuen Ortsbürgermeister zu gratulieren und alles Gute zu wünschen", sagte Renate Hanke. "Wir wollen uns in die kommunalpolitischen Aufgaben einbringen", versprach sie.

In der Einwohnerfragestunde wurde dann auch noch rege diskutiert. Unter anderem wurde die Situation im Bereich des "Badelochs" kritisiert. Nach entsprechenden Hinweisen in der vorangegangenen Sitzung habe sich da immer noch nichts getan. Die Verkehrssicherheit sei dort das größte Problem: Die Barrieren wurden weggerissen, es werde durchgerast und sei manchmal schon fast zu schlimmen Unfällen, besonders mit Kindern, gekommen.

Ein weiterer Kritikpunkt war der Zustand des Radwegs zwischen Bergzow und Güsen, der bis dahin nicht gemäht war. "Wir haben wieder einige AGH-Kräfte. In der nächsten Woche wird das passieren", versprach Bürgermeisterin Jutta Mannewitz. "Es gibt die Anweisung im Haus, dass jeden Dienstag Radwege gemäht werden." Freilich sei das eine schwere Arbeit, wenn lange nichts gemacht wurde.

Ratsmitglied Ulrich Kleye sprach erneut den Zustand des alten Festplatzes an, der nicht nur ein Schandfleck ist, sondern auch eine Gefährdung darstellt. "Wir sollten nochmal grundsätzlich darüber nachdenken, was wir damit machen", meinte Elisabeth Scheck mit Blick auf die 800-Jahrfeier.

Weiterhin wurde die Idee, auch in Güsen einen Maibaum aufzustellen, erneut in den Raum gestellt. Ortswehrleiterin Caroline Gäde, die auch Vorsitzende des Fördervereins der Feuerwehr ist, sagte dazu: "Wir haben ja auch schon Veranstaltungen angestoßen. Ich könnte mir auch ein Maibaumfest vorstellen. Man müsste noch weitere Vereine dazu holen und gemeinsam eine Idee entwickeln."

Zum Abschluss der Sitzung gingen dann alle nach draußen auf den benachbarten Marktplatz: Dort hatte Jutta Mannewitz bereits die Pflanzung eines Apfelbaums vorbereiten lassen, den nun Alt-Bürgermeister Egon Buchmann symbolisch als "seinen Baum" einpflanzen sollte.

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