Elbe-Parey (sta) l Der Winterdienst in Elbe-Parey ist immer noch nicht abgesichert. In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend gab es dazu eine heftige Diskussion, die erst aufgrund der Nachfrage von Ratsmitglied Ewald Janßen (Parey) in Gange kam.

Bürgermeisterin Jutta Mannewitz teilte auf seine Nachfrage hin mit, dass der Erwerb von Kleintraktoren keine geeignete Anschaffung sei. Argumente dagegen seien die geringe Geschwindigkeit und Arbeitsbreite und das Umsetzen von einem Ort zum anderen mit nur 30 km/h. Man sei deshalb immer noch dabei zu beraten, wie der Winterdienst abgewickelt werden kann. Die Aussage der Agrargenossenschaft Hohenseeden, den Winterdienst für die Gemeinde durchzuführen, sei revidiert worden. Das Unternehmen sei lediglich bereit, im eigenen tätig zu werden - mehr sei nicht zu schaffen.

In der nächsten Woche werde es mit möglichen Partnern eine Zusammenkunft geben. Der Erwerb eines eigenen Fahrzeugs würde um einiges teurer werden, und damit wäre man auch nicht in der Lage, alle Straßen von Elbe-Parey von Schnee zu befreien, geschweige denn, im Anschluss auch noch Sand zu streuen.

Nicole Golz (Parey) erinnerte daran, dass sich ja eine Arbeitsgruppe zusammengesetzt hatte, die die kleinen Traktoren mit Schiebeschild als geeignet für kleine Flächen und Wege ansah. Jetzt gehe es um die Straßen. "Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun!"

Bauamtsleiterin Gabriele Panzlaff erwiderte, dass man für den "kleinen Winterdienst" durchaus Technik auf dem Bauhof habe - sicherlich keine neue. Es sei überprüft worden, ob diese einsatzbereit sei, und das wäre sie, und das Sandlager sei aufgefüllt. Das Problem, das die Gemeinde habe, sei der Winterdienst für die Straßen, nachdem das Lohnunternehmen den Vertrag gekündigt hatte. Und nur darum gehe es, betonte auch Jutta Mannewitz. Das sei laut Aussage der Leute auf dem Bauhof mit den Kleintraktoren nicht zu bewältigen.

Dass die Verwaltung nun die Variante der Kleintraktoren derart abschmetterte, wurde im Rat mit Befremden zur Kenntnis genommen. "Wir haben vor über einem halben Jahr die Anschaffung eines Multicars auf der Tagesordnung gehabt, weil gesagt wurde, der Bauhof sei für Kleinflächen nicht ausreichend ausgestattet", erinnerte Nicole Golz. Daraufhin hatte die Arbeitsgruppe gesagt, dass es unsinnig sei, einen Multicar zu kaufen, wenn man dafür zwei Kompaktschlepper mit allen Zubehörteilen bekomme. "Heute hören wir etwas komplett anderes. Wir reden hier aneinander vorbei. Das hat mit dem großen Winterdienst überhaupt nichts zu tun!"

Sven Königsmark (Parey) ergänzte: "Dazu kommt, dass wir überhaupt erst durch Nachfrage etwas dazu erfahren!"