Ferchland (sta) l In Ferchland sind nun die Namen aller jener aus dem Dorf, die im Ersten oder Zweiten Weltkrieg umgekommen sind, deutlich lesbar in Stein gemeißelt. Der neue Gedenkstein für die Opfer des Zweiten Weltkriegs ist im Herbst 2013 eingeweiht worden. Im Herbst vorigen Jahres konnte endlich auch die dritte Namensplatte für den Gedenkstein aus dem Ersten Weltkrieg fertig gestellt werden.

Ortschronist Horst Wedau erzählt, wie es dazu kam: Bei der Spendensammlung für den Stein mit den Namen der Toten des Zweiten Weltkriegs war sehr viel Geld zusammen gekommen, weil so viele Menschen diesen Ort der Erinnerung wollten. 530 Euro sind nach Fertigstellung übriggeblieben. Grundsätzlich seien zwar die Mittel aus dieser Spendensammlung zweckgebunden, jedoch war es ein Teil der Gesamtsumme nicht. Erich Gramatke, ehemaliger Ferchländer und jetzt in Kanada lebend, hatte 1 000 Dollar für einen besonderen Zweck gespendet, nicht jedoch gebunden an den bereits fertiggestellten Gedenkstein. Ein Teil seines Geldes wurde auch dafür verwendet. "Was übrig ist, dürfen wir deshalb nun auch für den anderen Stein verwenden", betont Wedau.

Dieser Gedenkstein war 1925 eingeweiht worden. Die Namen der Toten waren damals in Sandstein gemeißelt im Laufe vieler Jahrzehnte teilweise so verwittert, dass sie nicht mehr lesbar waren.

Zwei Granittafeln waren bereits vor vielen Jahren angebracht worden, auf dem die Namen, soweit sie noch entziffert werden konnten, stehen. 1995 sei schon einmal versucht worden, die fehlenden Namen zu ergänzen, berichtete Wedau. Damals war es nicht gelungen. Jetzt habe es besser geklappt, als er erwartet hatte. Er habe das Museum und Kirchen um Unterstützung geblieben. Fündig geworden sei er im Museum: Auf einem alten Foto des Denkmals sei über die Bearbeitung im Computer noch das meiste zu lesen gewesen. Wo Buchstaben fehlten, konnte er diese durch Vergleiche mit anderen Aufzeichnungen ergänzen: Eintragungen des ehemaligen Ferchländer Standesamts, die jetzt in Parey liegen. Hier hatte der Bürgermeister eingetragen wer wann und wo gefallen oder verwundet worden war.

Auch eine Gedenktafel des Schiffervereins, die Jahrzehnte lang in der ehemaligen Gaststätte "Fährkrug" hing, war sehr hilfreich. Auf dieser stehen Kriegsopfer aus dem Schifferverein. Wie ein Puzzle hat er so die Lücken gefüllt. Es seien nun sogar 43 Namen, so wie es auf einem alten Foto zu erkennen ist. Zwischenzeitlich standen nur 42 Namen darauf. Zwei waren schon damals nachträglich in den Sockelrand gemeißelt worden.

Die dritte vorhandene Granittafel wurde gewendet, und Steinmetz René Sachs hat die Namen eingearbeitet und die Tafel wieder angebracht. Die Kosten von 680 Euro wurden nicht ganz von den restlichen Spendenmitteln gedeckt. Der Ferchländer Horst Rohne habe 100 Euro dazu gegeben und der Heimatverein 50 Euro, berichtete Lothar Witte, 2. Vorsitzender des Vereins.

Horst Wedau ist zufrieden: "Die Geschichte in Ferchland ist nun aufgearbeitet. Wir haben einen wunderschönen Kirchplatz mit zwei kompletten Gedenksteinen." Und auch die Chronik des Ortes sei vervollständigt und auf dem aktuellen Stand.