Gut gefüllt war gestern das Genthiner Heimat- und Kreismuseum. Etliche Kinder waren zum winterlichen Bauen und Basteln gekommen. Dabei entstanden Nistkästen, Glückwunschkarten und Schattenrisse.

Genthin l Laut geht es in der unteren Etage des Museums zu. Nicht weil Wolfhard Meerkatz, der den Kindern zeigt, wie man Nistkästen baut, so schreit, sondern weil man beim Bauen ordentlich hämmern muss. "Das werden Nistkästen, keine Vogelhäuser", sagt der siebenjährige Johann Schlag. Den Unterschied erklärt Museums-Mitarbeiter Meerkatz: "Im Gegensatz zu einem Nistkasten bietet ein Vogelhaus den Vögeln keine Nisthilfe, sondern eine Futterstelle." Ein Nistkasten stellt durch seinen Hohlraum einen Platz zur Aufzucht von Brut- und Jungvögeln sowie zur Übernachtung für bestimmte Arten zur Verfügung. Auch im Winter bieten Nistkästen vielen Vögeln oder anderen Kleintieren einen geschützten Rückzugsort.

Eine persönliche Erinnerung

Mit Holz und Hammer werkeln die sechs Kinder, um den Vögeln ein schönes Plätzchen zu schaffen. "Ich will meinen Nistkasten zu Hause im Garten aufhängen", sagt Noah Wende aus Genthin. "Am besten in südöstliche Richtung", empfiehlt Wolfhard Meerkatz. "Dann haben es die Vögel morgens schön warm, denn im Osten geht die Sonne auf." Der Kasten könne am Baum, Tor oder an der Hauswand angebracht werden. Bevor die Nistkästen individuell bemalt werden, hilft Meerkatz mit dem Akkuschrauber aus. So sorgt er dafür, dass alles schön fest ist. Der Kasten soll schließlich den nächsten Sturm überstehen.

Erklimmt man die Treppe des Museums, nimmt die Geräuschkulisse ab. Oben wird nicht gehämmert, sondern geschnitten, geklebt und gemalt. Marlene König und ihr Zwillingsbruder Paul kleben die gründlich ausgeschnittenen Schneemänner auf ein Blatt Papier. "Das wird ein Geschenk für Mama", sagt Marlene und ihr Bruder nickt. Die beiden Siebenjährigen sind aus Berlin angereist, zur Zeit machen sie Urlaub beim Opa in Genthin. Nach der Bastelstunde im Museum geht es für sie noch in die Schwimmhalle. Auch die Schneemänner von Adam und Wenzel Pietsch aus Güsen sind für die Mama bestimmt. Hilfe bekommen sie dabei von Museumsleiterin Antonia Beran und Mitarbeiterin Edeltraut Ritz.

Familie Raneberg ist aus Tucheim ins Museum gekommen. Während Laura und Paula unten Nistkästen bauen, bastelt ihr kleiner Bruder Ramon oben mit seiner Mama eine Glückwunschkarte.

Etwas besonderes hat Antonia Beran noch für die Kinder vorbereitet. Wer mag, kann einen Schattenriss von sich anfertigen lassen. Marlene König zeigt, wie es geht und nimmt auf einem Stuhl vor einer weißen Wand Platz.

Der Polylux sorgt für Licht und Schatten. Antonia Beran zeichnet mit dem Bleistift Marlenes Konturen nach. Nun muss die Siebenjährige sie nur noch auf schwarzes Papier übertragen und fertig ist ihre ganz persönliche Erinnerung an das Genthiner Museum.

Am Mittwoch, 11. Februar, kann im Museum zwischen 10 und 12 Uhr erneut gebastelt und gebaut werden. Anmeldungen sind noch unter 03933/ 803521 möglich.