Der Radwegebau zwischen Genthin und Jerichow (Investitionssumme 1,9 Millionen Euro) soll in den nächsten Wochen in Angriff genommen werden. Derzeit sind die Vorarbeiten, wie das Entfernen von Gehölzen und Wildwuchs, in vollem Gange. Darüber hinaus stellt sich die Frage, was mit dem alten Radweg in Richtung Genthin-Wald wird.

Von Simone Pötschke

Genthin l Was wird aus dem sogenannten Altbestand? Gemeint ist der altgediente schmale Radweg in Altenplathow in Richtung Genthin-Wald. Was passiert mit ihm, wenn der neue Radweg auf der westlichen Seite der Bundesstraße 107 fertiggestellt sein wird?

Übernimmt die Stadt den Radweg mit allen Unterhaltungskonsequenzen oder wird er entsiegelt, also der Natur zurückgegeben? Diese Frage lag den Mitgliedern des Bau- und Vergabeausschusses am Montagabend zur Entscheidung vor.

Großen Diskussionsbedarf gab es allerdings mangels Alternativen nicht. Die Ausschussmitlieder stimmten dem Vorschlag der Verwaltung zu, den bisher bestehenden Radweg zwischen der Brettiner Chaussee und der Rathenower Heerstraße entlang der ehemaligen Bahnschienen zu entsiegeln.

Der Radwegeanteil zwischen der Altmärker Straße und dem Ortsausgang auf der gegenüberliegenden Straßenseite wird hingegen zukünftig als Gehweg genutzt.

Stadtrat Lutz Nitz (Bündnis 90/Die Grünen) mahnte allerdings an, dass die Stadt unbedingt auf die Ersatzpflanzungen drängen sollte und erhielt dabei die Zustimmung von Gerd Mangelsdorf (CDU) und Horst Leiste (SPD). "Ich möchte auf Bäume nicht verzichten", sagte Lutz Nitz.

Erhalten bleibt auch der alte Radweg-Abschnitt von Beginn bis Ende der Wohnbebauung in Genthin-Wald. Verkehrssicherungspflicht und die Unterhaltungslast gehen damit auf die Stadt über. Für das Mahnmal, so die Planung, soll zudem eine vernünftige Zuwegung geschaffen werden.

Stadtrat Horst Leiste (SPD) sprach sich als einziger gegen diese beabsichtigte Teilentsiegelung aus. Nach seinem Dafürhalten sollte der Weg bis nach Altenplathow komplett erhalten bleiben, so dass er für die Bewohner des Johanniterheimes zur Verfügung steht. "Hier sind viele alte Leute mit dem Rollator unterwegs. Ihnen kann man nicht zumuten, die Bundesstraße zu queren", sagte Leiste. Nitz sprang Leiste in diesem Punkt bei: "Bedenken wegen einer Querung habe ich allerdings auch. Hier müssen Lösungen gefunden werden."

Auf Anfrage wurde den Räten versichert, dass alle Zuwegungen des neuen Radweges in die Planung einbezogen würden.

Bürgermeister Thomas Barz (parteilos) nutzte die Beratung des Ausschusses, um darüber zu informieren, dass die Bauverantwortung für den gesamten Radweg von Genthin nach Jerichow nunmehr allein in der Regie der Stadt Jerichow liegt.

Die LSBB, die dafür verantwortlich wäre, so Bürgermeister Thomas Barz, könnte diese Aufgabe personell nicht bewältigen. "Nach Rücksprache mit dem Jerichower Bürgermeister gab es die Abstimmung, dass Jerichow die Gesamtverantwortung übernimmt, so dass wir uns ergänzen können."

Anders als ursprünglich geplant beabsichtigt die Landesstraßenbaubehörde jetzt auch, den Radweg komplett in den beiden Bauabschnittten, in einem Zug, von Genthin nach Jerichow zu bauen.

Bisher geht die Verwaltung von einem Baubeginn im April oder Mai und einer Bauzeit von sechs Monaten aus.

Die Gesamtlänge der Weges von Genthin nach Jerichow beträgt 11,2 Kilometer. Die Bahnlinie Genthin-Schönhausen, auf deren Trasse der Radweg größtenteils gebaut wird, wurde 1899 in Betrieb genommen und 100 Jahre später stillgelegt und demontiert.