Das Wehr in der Alten Elbe bei Parey soll in diesem Jahr komplett erneuert und mit einer Fischtreppe versehen werden. Die Maßnahme wird zu 100 Prozent aus Fördermitteln des Landes zur Beseitigung von Hochwasserschäden gefördert.

Parey l Die Erneuerung dieses maroden Wehrs ist eine der Maßnahmen, für die die Gemeinde Elbe-Parey nach dem Hochwasser 2013 eine Förderung beantragt hatte. Denn das Wehr dient der Regulierung des Wasserstands im Bereich zwischen Elbe und Ortslage Parey. Seine Funktionsfähigkeit ist deshalb nicht nur für die Landwirte wichtig, die die umliegenden Flächen bewirtschaften, sondern auch für die Einwohner der Ortschaft Parey, vor allem jene der tiefer gelegenen Grundstücke.

Beantragt war die Maßnahme schon länger, den Fördermittelbescheid habe die Gemeinde aber erst dieses Jahr bekommen, berichtete Bürgermeisterin Jutta Mannewitz beim Ortstermin am Donnerstag. Das Ingenieurbüro Bethge aus Bismark ist jetzt mit der Planung beauftragt. Sobald diese fertig ist, müssen von den zuständigen Ämtern noch die Genehmigungen eingeholt werden. Ziel sei, im Spätsommer mit dem Bau beginnen zu können.

Beim Ortstermin anwesend waren auch Lothar Koch, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes "Stremme-Fiener Bruch", und Wilfried Trojandt, Vorsitzender des Sportangelclubs Parey. Der Unterhaltungsverband ist zuständig für die Bewirtschaftung des Gewässers, und die Angler hatten immer wieder kritisiert, dass das geschlossene Wehr für Fische unpassierbar ist. Die Wanderung der Fische von den Gewässern oberhalb in Richtung "Kühnes Loch" und weiter zum Kanal - oder umgekehrt - ist dann nicht möglich.

Bei der Erneuerung eines Wehrs und bei jeglichen anderen Baumaßnahmen an Gewässern sei dieser Zustand nicht mehr zulässig, sondern es müsse die Europäische Wasserrahmenrichtlinie beachtet werden, erklärte Planerin Dörthe Bethge-Steffens. Die verlange die ökologische Durchgängigkeit von Gewässern. Das heißt hier insbesondere, dass Fische zu jeder Zeit wandern können und das Wehr kein Hindernis darstellt.

Die Sanierungsmaßnahme wird deshalb entsprechend teurer. Bewilligt sind 200 000 Euro Fördermittel, wobei keine Eigenmittel von der Gemeinde aufzubringen sind. Es gebe aber schon zahlreiche Beispiele für weitaus größere Baumaßnahmen mit Fischtreppen, die ein Vielfaches dieser Summe kosten, betonte Dörthe Bethge Steffens. Das sei heute Standard und anders gar nicht mehr zulässig.

Wie das Projekt im Detail aussieht, wird die Planung zeigen. Auf jeden Fall werde es parallel zum Wehr eine "Umleitung" geben, in die die Fischtreppe eingebaut wird. Diese werde so aussehen, dass mehrere kleine Teiche als Kaskaden aneinandergereiht werden, erklärte die Planerin. Das Ganze soll sehr naturnah gestaltet werden.

Der Abflussquerschnitt des Grabens dürfe nicht verringert werden, betonte Lothar Koch. Damit möchte er besonders Anwohnern die Angst nehmen, dass sie künftig bei Hochwasser stärker gefährdet sein könnten.

Nicht beeinflusst werden kann von den geplanten Maßnahmen die Tatsache, dass der Graben im Sommer auch immer mal wieder trocken fallen wird. Dann ist natürlich auch für die Fisch-Wanderung Schluss. Die meiste Zeit des Jahres wird die Wanderung künftig aber möglich sein.

Das neue Wehr und der zweite Gewässerarm mit der Fischtreppe sollen auch einen Steg erhalten, so dass Fußgänger wie bisher die Alte Elbe an dieser Stelle überqueren können. Die beliebte Spazierstrecke bleibt den Pareyern und Gästen also auch weiterhin erhalten.