Die Dächer des Jerichower Feuerwehrgerätehauses werden derzeit mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Es ist bereits das zehnte öffentliche Gebäude der Einheitsgemeinde, dessen Dächer für die Erzeugung von Sonnenstrom genutzt werden.

Jerichow l Auf dem neuen Gebäudeteil des Feuerwehrgerätehauses sind die Solarmodule bereits installiert. Bei dem älteren Gebäude ist erst eine Dachsanierung erforderlich. Es ist noch mit Wellasbestplatten eingedeckt. Die kommen jetzt runter und stattdessen Trapezbleche drauf. Zusätzlich wird die Gebäudedecke noch mit einer neuen Dämmung ausgestattet.

Die Dachsanierung sponsert Gordon Baier (Firma Gobane) sozusagen als Bonus für mehrere Anlagen in der Einheitsgemeinde Stadt Jerichow, die durch seine Vermittlungstätigkeit errichtet wurden.

Bei acht öffentlichen Gebäuden hat die Stadt Jerichow die Dachflächen für die Errichtung der Photovoltaikanlagen verpachtet, so auch hier beim Feuerwehrhaus. Bei zwei Anlagen ist die Stadt selbst Betreiber: Bei der Schule und beim Kindergarten in Jerichow.

Die Vertragsgestaltung ist unterschiedlich bei den einzelnen Objekten und hängt unter anderem davon ab, ob im Gebäude der Eigenbedarf an Strom hoch ist oder nicht. Hier bei der Feuerwehr ist das nicht der Fall. Allerdings gibt es Mieter im Haus, und die werden auch von dem günstigeren Solarstrom profitieren können, sagt Bürgermeister Harald Bothe. Der Preis liege bei etwa 18 Cent pro Kilowattstunde, also deutlich unter den aktuellen Preisen der Stromanbieter.

Die Stadt bekommt als Pacht acht Prozent vom Gesamtertrag der Anlagen - eine hübsche Summe, die hier jährlich bei allen acht verpachteten Anlagen zusammenkommt. Allein die neue Anlage wird 59 kWp ("p" für "peak" gleich "Spitze", das heißt Leistung unter optimalen Bedingungen) haben. Insgesamt sind es fast 390 kWp, zusammen mit den stadteigenen mehr als 450 kWp.

Hier bei der Feuerwehr wird der größte Teil des erzeugten Stroms ins Netz eingespeist werden. Bei der Anlage auf der Jerichower Grundschule zum Beispiel erfolge ausschließlich eine Einspeisung ins Netz, erklärt Bothe. Für den Eigenverbrauch bekomme die Schule Strom von der Anlage auf der Sporthalle. Die Anlage auf der Kita liefere sowohl ans Netz als auch für den eigenen Verbrauch.

Die erste dieser Anlagen ist bereits 2010 ans Netz gegangen, blickt Harald Bothe zurück. Das war eine Anlage auf dem damals neu errichteten Jerichower Kindergarten. "Das hatte noch vor Bildung der Einheitsgemeinde der alte Stadtrat beschlossen." Als 2012 nochmal etwas Geld zur Verfügung stand, sei hier eine weitere Anlage errichtet worden - es sind also eigentlich zwei auf der Kita. Die nächste eigene Anlage wurde 2013 auf dem Dach der Schule installiert.

Der Vertrag mit Gone startete 2013 mit der Anlage auf dem Jerichower Bürgerhaus. Dann wurde zügig weitergemacht - innerhalb von zwei Jahren acht Anlagen.

Aus der Verpachtung sowie dem Stromverkauf von den beiden eigenen Anlagen habe die Stadt jährlich etwa 20 000 Euro Einnahmen, sagt Bothe. Dazu kommen die Einsparungen aufgrund des niedrigeren Strompreises bei Eigenverbrauch - und nun auch die Kostenersparnis für die Dachsanierung beim Jerichower Feuerwehrhaus.

Die meisten lukrativen Dachflächen öffentlicher Gebäude in der Einheitsgemeinde Stadt Jerichow seien nun mit Anlagen bestückt, sagt Bothe. Einige Möglichkeiten gebe es aber noch, wo man schauen könnte, was möglich und unterm Strich sinnvoll ist.