Sportliches Können, aber auch eine Menge Fantasie machten den Holzpferdwettbewerb am Wochenende in der Jerichower Sporthalle zu einem Ereignis. Kinder und Erwachsene, Teilnehmer und Zuschauer hatten gleichermaßen Spaß. Urkunden, Schleifen und Preise gab es natürlich auch.

Jerichow l Im Jahr 2011 hatten die "Volti-Kids" von Lok Jerichow zum ersten Mal einen Holzpferd- und Sportwettbewerb organisiert. Inzwischen ist dieser Wettbewerb zu einem festen Termin geworden, an dem Voltigiergruppen mehrerer Vereine, überwiegend aus der Altmark, teilnehmen.

Diesmal waren neben den Jerichowern Gruppen aus den Vereinen Stendal, Angern, Iden und Rudolphital dabei. Mit den Jüngsten im Alter von drei bis acht Jahren ging es los, in der zweiten Prüfung folgten die Sechs- bis Zwölfjährigen. Die Mitglieder der Gruppen mussten jeweils einzeln einen Pflichtteil und eine Kür auf dem Holzpferd präsentieren und sich dann auch noch in weiteren sportlichen Disziplinen messen: Schlusssprung, Wechselspringen, Spaß-Teamaufgabe, Hindernislauf bei den Kleinen, Dreierhopp, Seilspringen, Spaß-Teamaufgabe, Hindernislauf bei den Größeren. Gewertet wurden alle Ergebnisse je Gruppe zusammen.

Richtig bunt wurde es bei der dritten Prüfung: Hier wurde nach dem Pflichtteil zu zweit auf dem Holzpferd geturnt, und dazu durften Kostüme angezogen werden. Die Teilnehmer und ihre Trainerinnen hatten sich dabei richtig Mühe gegeben: Die Kür wurde zu ganz unterschiedlichen Themen toll gestaltet.

Die "Volti-Kids" aus Jerichow waren hier mit zwei Paaren dabei: Anika Michel und Pia Ziebarth präsentierten eine Sommer-Sonne-Strandgeschichte und kamen auf Skateboards wie mit Surfebrettern beim Wellenreiten herein, bevor sie aufs Holzpferd umstiegen. Die beiden Skateboards waren später das beliebteste "Pausenspielzeug" der Kinder aller Vereine, deren Energie schier unerschöpflich schien.

Das zweite Jerichower Volti-Paar waren Jonas Steimecke und Friedrike Stieger. Sie lieferten als "Blues Brothers" einen richtig "coolen" Auftritt.

Sieger wurde in dieser Kategorie ein Paar aus Angern - Helene Silke und Vincent Reissmann. Die beiden waren als Pilot und Stewardess kostümiert und sind zusammen mit zwei weiteren Paaren ihres Vereins als ganze "Reisegesellschaft" aufgelaufen.

Extrapreis für Kostüme

Für Richter Werner Schwarzkopf zählten freilich nicht die Kostüme, sondern das Können auf dem Holzpferd. Über den Extrapreis für Kostüm und Show durften am Schluss die Eltern abstimmen. Hier waren die Jerichower mit ihrem Sommerthema die Gewinner - vor einem der Paare aus Angern, die als Hula-Mädchen von Hawaii auftraten.

Dass das Voltigieren im Kostüm mitunter schwieriger sein kann als im eleganten Volti-Dress, haben einige Teilnehmer auch erfahren müssen - wenn sich das Röckchen irgendwo verhakte, der Hut herunter fiel oder das Jackett weniger Bewegungsfreiheit ließ. Dem Spaß tat das aber keinen Abbruch. Alle Akteure bekamen großen Applaus.

Noch mehr Begeisterungsstürme löste die letzte Prüfung aus, und bei dieser hatte auch Richter Werner Schwarzkopf einiges zu ertragen: Hier zeigten vier Elterngruppen fantasievolle Auftritte und (mehr oder weniger) sportliches Können. Naturgemäß waren die Gruppen sehr "durchwachsen", denn Mutti oder Vati von einem Voltigierkind zu sein, heißt nicht zwangsläufig, auch selbst die Veranlagung dazu zu haben.

Jubel bei Elternauftritten

Aber hier galt: Mitmachen ist alles! Und - das muss gesagt werden - es gab hierbei durchaus auch Überraschungen. Besonders gelungene Figuren und fast schon akrobatische Leistungen der "Alten" wurden mit großem Jubel belohnt. Das galt ganz besonders für Leistungen der Männer, da hier wohl kaum jemand mit solchen Auftritten gerechnet hatte.

Die Eltern der Volti-Kids hatten sich als Cowboys verkleidet. Auch Trainerin (und Mutti zweier Volti-Kids) Susanne Stieger musste mit ran. Das Elterntraining hatte Anika Michel übernommen, und da ihre Mutti am Mikrofon durch die Veranstaltung führte, sprang ihre große Schwester Carolin ein. Es wurde ein ordentliches Gaudi veranstaltet, bei dem am Schluss alle Teilnehmer "abgeknallt" rings um das Holzpferd herum lagen...

Wer nun meint, die ganze Veranstaltung war mehr Gaudi als Sport, der irrt. Im Gegenteil: Das Turnen auf dem Holzpferd, das ursprünglich nur eine Trainingsmöglichkeit für Voltigierer während der Wintermonate sein sollte, hat sich nach und nach verselbstständigt, beobachtet auch Richter Werner Schwarzkopf. Denn einiges, was die Kinder und Jugendlichen hier zeigen, hat bereits einen solchen Schwierigkeitsgrad, dass es auf dem "echten" Voltigierpferd kaum nachzuturnen ist, schon gar nicht im Galopp.

Macht aber nichts, denn ein prima Training fürs Voltigieren ist es trotzdem (oder erst recht), und solch tolle Veranstaltungen wie am vergangenen Wochenende sind für die Voltigier-Kinder zudem eine tolle Motivation.

Unterstützt wurde das Turnier auch von Mitgliedern anderer Abteilungen des Sportvereins Lok Jerichow. In der Pause erfreute die Tanzgruppe "Step by Step" die Zuschauer.

   

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