Vor zwei Jahren wurde Otto Schulze mit dem ersten Bürgerpreis der Stadt Genthin geehrt. Am Sonnabend trug sich der langjährige Heimatforscher auch in das Goldene Buch der Stadt ein. Anlass war der 80. Geburtstag des Altenplathowers.

Genthin l "Ich freue mich sehr über die Ehre, mich im Goldenen Buch verewigen zu dürfen", sagte Otto Schulze, als er den Stift ansetzte, um seine Unterschrift im Ehrenbuch der Stadt Genthin zu leisten.

Den Mitgliedern des Fördervereins für Genthiner Stadtgeschichte war es eine besondere Freude, dass ein von ihnen zu Ehren ihres Gründungsmitgliedes Otto Schulze verfasster Text im Buch zu finden ist: Er engagiere sich "seit Jahrzehnten für die Erforschung und Darstellung der Genthiner Stadtgeschichte". Aufbauend auf den Erfahrungen, Erkenntnissen und dem hinterlassenen Fundus des langjährigen Heimatforschers Kurt Ahland, gehöre Otto Schulze neben Dieter Rohr und Klaus Börner zu den engagierten Heimatforschern Genthins.

Bis vor Kurzem habe er sich zudem ständig bereitgehalten, um bei Bedarf Stadtbesichtigungen zu führen. Diese "waren dazu geeignet, unsere Stadt bildhaft darzustellen und sie bekannt zu machen", setzte Lisa Wolf in der Begründung ihres Vorschlages hinzu. Seine regelmäßigen Beiträge "tragen dazu bei, das Heimatgefühl und die Heimatverbundenheit unserer Einwohnerschaft zu entwickeln und zu fördern". Als Stadtführer habe Otto Schulze dafür gesorgt, "Genthin bekannt zumachen und bildhaft darzustellen." Schulze habe dazu beigetragen, das Heimatgefühl und die Heimatverbundenheit zu entwickeln und zu fördern. Sein Wissen habe er an die Fördervereinsmitglieder und an die breite Öffentlichkeit weitergegeben.

Unter der Führung der Vorsitzenden des Fördervereins Stadtgeschichte, Lisa Wolf, war Schulze vor zwei Jahren für den ersten Bürgerpreis der Stadt Genthin und den damit verbundenen Eintrag in das Goldene Buch vorgeschlagen worden. Der Stadtrat hatte mit großer Zustimmung diesen Vorschlag angenommen. Dass der Eintrag in das Goldene Buch erst jetzt zum runden Geburtstag des Heimatforschers stattfand, ist einem kuriosen Umstand geschuldet, den Bürgermeister Thomas Barz wie folgt erklärte: "Während der Feierlichkeit zur ersten Bürgerpreisverleihung war so viel Prominenz vor Ort und der Trubel so groß, dass das Buch schlichtweg vergessen wurde."

In der Tat konnte sich die Liste der Gäste sehen lassen. Glückwünsche für Otto Schulze kamen "am Mikro" von Innenminister Holger Stahlknecht und von der Bundestagsabgeordneten Waltraud Wolff (SPD). Zugegen waren auch der Bundestagsabgeordnete Manfred Behrens (CDU) sowie die Landtagsabgeordneten Matthias Graner (SPD), Detlef Radke und Markus Kurze (beide CDU). Auch der Genthiner Stadtrat war personell stark vertreten.

Ganz so illuster war die Gästeschar zum 80. Geburtstag nicht, dafür gratulierten die Anwesenden um so herzlicher. Ein aktueller, Thomas Barz, und mit Wolfgang Bernicke auch ein ehemaliger Bürgermeister, sowie zahlreiche Weggefährten, unter ihnen die Mitglieder des Fördervereins Stadtgeschichte, gehörten zu den Gratulanten auf dem von Schulze und seiner Familie bewohnten Inselhof in Altenplathow.

"Wir wünschen dir alles Gute und hoffen, dass du uns noch lange erhalten bleibst", sagte Lisa Wolf im Namen der Gäste. Das wolle er gern tun, versprach Schulze. Auch wenn er nicht mehr so umfangreich tätig ist, wie noch vor einigen Jahren. Die Stadtführungen hat er abgegeben und auch die Texte für die Volksstimme, die er mehr als 60 Jahre zulieferte, sind weniger geworden.

Dafür ist Schulze immer noch auf seinem Hof aktiv. Ein dreieinhalb Hektar großer Garten, zwei Ponys, Hühner, 20 Tauben brauchen seine zupackenden Hände. Und dann leistet er sich noch den Faible, wie er sagt, allerlei "Geschichtskram" auf seinem Hof zu sammeln: Immerhin gehören unter anderem elf historische Pflüge und 43 Ofenplatten dazu.

Auch mit der Entwicklung Genthins beschäftigt er sich. Dass das historische Stadtarchiv neu aufgearbeitet und durch eine systematische Digitalisierung für die wissenschaftliche Recherche nutzbar gemacht werden soll, begrüßt er. Den Plänen zur Verlagerung des Kreismuseums steht er unentschlossen gegenüber.

"Wichtig ist, dass die Räume für alle gut zu erreichen sind", sagt er und fordert durch die Blume mehr Mitarbeiter für die Museumsarbeit. "Früher gab es im Museum sechs Mitarbeiter, heute steht die Leiterin Antonia Beran allein da." Eine erfolgreiche Museumsarbeit sei auf diese Weise schwer zu machen. Dennoch ist auch Otto Schulze wieder mit von der Partie, wenn es gilt, die nächste Ausstellung des Fördervereins vorzubereiten. Ab September wird im Kreismuseum dem Handel und Gewerbe in Genthin im 20. Jahrhundert nachgespürt.

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