Festhalten, gleich holpert es gewaltig! Der Winter hat auf vielen Straßen tiefe Löcher hinterlassen. Mancherorts ist die Straßendecke so mitgenommen, dass Autofahrer nicht mehr ausweichen können. Warum entstehen immer wieder Schlaglöcher? Lassen sie sich nicht irgendwie verhindern? Auf die Fragen von Manfred Grothe aus Genthin antwortet Peter Mennicke auf dem Magdeburger Verkehrsministerium.

Genthin (mla). Schlaglöcher, oder Ausbrüche in der Fahrbahn, wie es Experten nennen, zählen neben Ausmagerung und Aufwölbungen zu den häufigsten Straßenschäden. Schlaglöcher gibt es auf allen Straßendecken, ob Asphalt, Bitumen oder unbefestigten Wegen. Flächen des ruhenden Verkehrs, wie beispielsweise Parkplätze, sind auch nicht ausgenommen, wenn der entsprechende frostsichere Unterbau fehlt.

Die Ursachen für Straßenschäden sind vielfältig. Das fängt bei einer mangelhaften Bauausführung an, reicht über zu geringe Aufbaustärken bis hin zu einer übermäßigen Nutzung. Letzteres ist bei Schwerlastverkehr, hohem Verkehrsaufkommen, Witterungs- einflüssen, wie Sonnenhitze oder Frost, sowie bei schädigenden Umwelteinflüssen wie Tausalzen der Fall.

Ausbrüche, also begrenzte Flächenschäden oder Schlaglöcher, treten vor allem nach längerer Verkehrsbelastung im Winter oder nach dem Ende einer Frostperiode auf. Selbst raue oder poröse Stellen mit einem noch so kleinen Umfang in der Deckschicht können sich zu größeren Straßenschäden entwickeln - bei entsprechender Belastung und Witterung.

Die Entstehung ist ganz einfach: Von kleineren Löchern brechen die Ränder weg. Im Laufe einiger Tage oder Wochen vertiefen und verbreitern sich die Flächen. Nach jedem Wechsel von Frost und Tauwetter dringen erneut Wasser und Tausalze in die Risse und Löcher und sprengen die Straßendecke aufgrund der Volumenvergrößerung bei Frost auseinander.

Das kann in kürzester Zeit zu erheblichen Fahrbahnschäden führen.

Die Schäden gehen entweder in die Breite, das heißt die Decke löst sich flächenhaft ab, oder sie gehen in die Tiefe, teilweise bis in die unteren Konstruktionsschichten.

Neue Asphaltstraßendecken, die nach dem geltenden Regelwerk hergestellt wurden, weisen eigentlich keine Schlaglöcher auf. Durch den konstruktiven frostsicheren Aufbau der Trag-, Binder- und Deckschichten werden Schlaglöcher vermieden.

Problematisch sind Nahtstellen in der Fahrbahndecke, die technologisch bedingt manchmal nicht zu vermeiden sind. Hier kann unter Umständen Wasser in die Naht und damit in den Straßenkörper eindringen, was zu den beschriebenen Schadensbildern führen kann, beispielsweise an den Mittelnähten in der Fahrbahn.

Um Straßenschäden zu vermeiden oder gering zu halten, ist es notwendig, dass die Fahrbahnoberfläche vom Niederschlags- oder Schmelzwasser mit Tausalzen schnell, effizient und sicher befreit wird. Dazu ist es erforderlich, dass auch die Nebenanlagen der Straße wie Bankette, Entwässerungsrinnen und Einläufe sorgfältig unterhalten und erhalten werden. Bereits bei der Planung von Straßen sollte Einfluss auf die spätere Bauausführung und die sich anschließenden Erhaltungsmaßnahmen genommen werden. Das betrifft beispielsweise das Vermeiden technologisch bedingter Fugen, das Herstellen dichter Fahrbahnbeläge oder von Straßendecken mit Drainagewirkung, wie sie bei offenporigen Asphaltschichten vorkommen.

Sind die Schäden jedoch schon aufgetreten, haben sich die folgenden Methoden in der Vergangenheit bewährt: Kleinere rauhe und poröse Stellen in Deckschichten in bituminöser Bauweise werden mit so genannten Oberflächenschutzschichten, Regenerierungsmitteln oder Porenfüllmassen ausgebessert.

Bei niedriger Schlaglochtiefe wird ein Asphaltmischgut, bei tieferen Schlaglöchern lagenweise Splitt/Schotter und bituminöses Mischgut zur Behebung des Schadens in der Straßenoberfläche einge- baut.

Bilder