Die Nacht zu Sonntag wird eine Stunde kürzer. Die Uhren werden von Winter- auf Sommerzeit umgestellt. Das heißt: Die Nacht wird eine Stunde kürzer. Seit ihrer Einführung wird die Zeitumstellung kontrovers diskutiert. Bei uns kommen Menschen zu Wort, die besonders betroffen sind.

Genthin. "Ich finde die Sommerzeit sinnvoll", sagt Martin Hollerith aus Mützel. Er ist Landwirt und somit auf Tageslicht angewiesen. "Zeitumstellung bedeutet für mich, dass es im Sommer eine Stunde länger hell ist." Damit hat er recht. Ab Sonntag gilt: Morgens wird es später hell, dafür scheint die Sonne abends länger. Martin Hollerith widmet sich hauptsächlich dem Acker- und Feldbau. "Im Frühjahr beginnen wir mit der Bestellung der Felder. Obwohl wir technisch so ausgestattet sind, dass wir auch nachts mit den Maschinen arbeiten können, geht es im Hellen natürlich besser." Der Landwirt wird auch Sonntag auf dem Feld anzutreffen sein. "Eine Stunde weniger Schlaf macht mir nichts aus. Einmal im Jahr kann ich das vertragen."

Diana Wieprecht aus Wiechenberg sieht die Sache ähnlich gelassen: "Ich muss Sonntag früh Zeitungen austragen", erzählt die Zustellerin. Ihr wird also ebenfalls eine Stunde Schlaf "geklaut". Für die Frohnatur ist das allerdings überhaupt kein Problem. "Wenn der Wecker klingelt, heißt es aufstehen. So lange ich nicht jede Nacht eine Stunde Schlaf abgeben muss, ist mir das egal." Sie ist flexibel und ergreift auch keine besonderen Maßnahmen, wie am Sonn-abend früher ins Bett zu gehen. Viele Vorteile sieht sie in der Umstellung auf die Sommerzeit allerdings nicht. "Mei- netwegen müsste es das nicht geben." Wo die Zeitumstellung nun aber einmal da ist, könne sie auch genutzt werden, findet Diana Wieprecht.

"Wenn es abends länger hell ist, sitzt es sich doch gleich schöner auf der Terrasse oder im Garten." Auch um ihre Tiere kann sie sich länger kümmern. "Hühner, Enten und Schafe lassen sich im Hellen eindeutig besser versorgen.

Anja Rethfeld aus Mützel ist kein Freund der Zeitumstellung. "Das ist doch Quatsch. Für mich hat das keinerlei Vorteile", sagt die Mutter einer kleinen Tochter. Jona wurde im Februar ein Jahr alt. "Die Umstellung auf die Winterzeit hat sie einfach verschlafen. Ich bin gespannt wie sie jetzt reagiert, glaube aber nicht, dass es Probleme gibt. Jona schläft auch im Hellen ein."

Martina Zander aus Genthin ist Verkäuferin in einer Bäckerei. "Am Sonntag habe ich allerdings frei. Ich stehe aber trotzdem nicht eine Stunde später auf." Ihr macht die Stunde weniger Schlaf nichts aus. "An meinen Enkelkindern merke ich jedoch, dass sie unausgeglichener sind."

Auch viele - gerade ältere -Kunden erzählen ihr, dass sie in ihrem Rhythmus durch die Umstellung durcheinander kommen.

Das kann auch Jörg Schulze aus Mützel bestätigen. Der Arzt klärt über die medizinischen Risiken auf: "Der Bio-Rhythmus gerät in Unruhe. Empfindliche Patienten - dazu zähle ich mich auch selbst - leiden wegen der Umstellung unter Schlafstörungen. Man kann sich das vorstellen, wie einen fremdbestimmten Minijetlag." Um dem entgegen zu wirken, rät der Mediziner: "An diesem Abend besonders gründliche Schlafhygiene! Das heißt, Sport, Kaffee und schwere Speisen vermeiden. Nicht zu lange fernsehen, sondern lieber noch ein Buch lesen. Aber kein spannendes, eher ein ruhiges!"