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Am Genthiner Gotteshaus wurde 15 Jahre gebaut, weil immer wieder das Geld knapp wurde / Von Otto Schulze


St. Trinitatis: Eine Stadt und ihre Kirche

01.12.2011 05:24 Uhr |




Die Trinitatis-Kirche in Genthin ist zu allen Zeiten stadtbildprägend gewesen. Hier in einer Aufnahme mit dem Marktplatz vor dessen Umgestaltung vor wenigen Jahren.

Die Trinitatis-Kirche in Genthin ist zu allen Zeiten stadtbildprägend gewesen. Hier in einer Aufnahme mit dem Marktplatz vor dessen Umgestaltung vor wenigen Jahren. | Foto: E. König Die Trinitatis-Kirche in Genthin ist zu allen Zeiten stadtbildprägend gewesen. Hier in einer Aufnahme mit dem Marktplatz vor dessen Umgestaltung vor wenigen Jahren. | Foto: E. König

In der "Kurzgefaßten Beschreibung der Stadt Genthin von Johann August Christoph von Einem, Pastor, daselbst und zu Roßdorff" geblättert.

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Nachdem Genthins vorige Kirche so schadhaft war und ihr täglich der Einsturz drohte, wurde im Jahre 1707, am 4. Juli, der Grundstein für einen Neubau gelegt. Der Bau stand unter der Leitung des königlichen Baumeisters Georg Preußer.

An Geld mangelt es nicht nur heute, sondern auch zu damaliger Zeit. König Wilhelm I. hatte zur Aufbringung der Kirchengemeinde eine Kollekte genehmigt, die aber bei weitem die Bausumme nicht aufbrachte. Das war auch der Grund, dass dieser Bau 15 Jahre dauerte. Zu dieser Zeit wurde der Gottesdienst in der Schule, die sich auf dem Gelände des heutigen Kinder- und Jugendzentrums, Ecke Große Schulstraße/Seminarstraße befand, abgehalten. Nach und nach kam doch die Bausumme zusammen.

Im Jahre 1722, am Fest der Heiligen Dreifaltigkeit, wurde vom damaligen Inspektor Johann Friedrich Christoph Hahn aus Burg in einer Predigt das Gotteshaus eingeweiht und gesegnet. Es wurde gleichzeitig auf den Namen der Dreifaltigkeit geweiht. Das erste Kind, welches in dieser neuen Kirche getauft wurde, war von Küster Georg Daniel Weißenborn. Die Tochter erhielt den Namen Johanna Luise. Die Taufe war am 7. Juni 1722. Am gleichen Tag fand auch eine Trauung statt.

Getraut wurden der Böttchermeister Joachim Bendier mit Jungfer Elisabeth Säger aus Nielebock.

Die gespendete Bausumme reichte zwar für den Kirchenbau, aber für den Kirchturm fehlte noch das Geld, so dass dieser nur bis zur Höhe des Kirchendaches gebaut werden konnte. Man hängte nun die Glocken und die Uhr in einem Holzschuppen auf dem Kirchhof auf.

Im Jahre 1744 fertigte der königliche Baumeister Johann Christian Rieß für den Bau des Turmes eine Bauzeichnung an. Das Geld, welches dafür benötigt wurde, fehlte immer noch. Dazu kam, dass 1756 der Siebenjährige Krieg ausbrach.

1763 konnten durch eine Privatkollekte erste Bauschritte eingeleitet werden. Erst durch eine vom Preußenkönig Friedrich II. genehmigte allgemeine Kollekte konnte der Bau wieder in Angriff genommen werden. Der Zimmermeister Johann Andreas Müller legte das Gerüst an, welches nach Plänen vom königlichen Landbaumeister Johann Gottfried Meinicke gefertigt wurde.

Die Bauarbeiten führten der Maurermeister Daniel Ahbmann und der Zimmermeister Müller durch, die sich hierbei verdient gemacht haben.


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Copyright © Volksstimme 2013
Dokument erstellt am 2011-12-01 05:24:15
Letzte Änderung am 2011-12-01 05:24:15

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