Eigentlich sollte der "Tag der offenen Tür" im Grundschulzentrum Elbe-Parey in Güsen draußen auf dem Schulhof eröffnet werden. Das Regenwetter am Sonnabendnachmittag erzwang jedoch den Ortswechsel unters Dach. So wurde gleichzeitig die neu gestaltete Pausenhalle eingeweiht.

Güsen l "Wir sind doch Künstler im Improvisieren", scherzte Schulleiterin Carola Rosenmüller. Sie wirkte erleichtert, dass nun tatsächlich (fast) alles geschafft ist. Länger als ein Jahr dauerten die umfangreichen Sanierung- und Modernisierungsmaßnahmen am Schulgebäude, bis am 2. Mai nach der vorübergehenden Ausquartierung in die alte Kita-Baracke endlich wieder der Unterricht hier im Schulhaus stattfinden konnte. Noch war nicht alles fertig zu diesem Zeitpunkt. Insbesondere in den Horträumen im Obergeschoss gab es noch eine Menge zu tun.

Für ein Einweihungsfest war es deshalb auch noch zu früh. Das wurde nun im Rahmen eines Tages der offenen Tür nachgeholt. Und die Güsener Bürger sowie Eltern und Großeltern und weitere Gäste aus anderen Orten nahmen das Angebot gerne an und staunten: Aus einer "grauen Maus" ist ein "buntes Kinderparadies" geworden, auf das alle, die dazu beigetragen haben, mit Recht stolz sind.

Carola Rosenmüller blickte zurück: "Im Jahr 2008 wurde der Entschluss gefasst, dass endlich etwas passieren muss. Vertreter von Gemeinde und Schule haben sich zusammen gesetzt und Konzepte erarbeitet. Im Frühjahr 2010 kam endlich der Bewilligungsbescheid für die Fördermittel."

Dann kam der 14. Februar 2011. "Ich erinnere mich noch genau, denn es ist mein Geburtstag, wie wir an diesem Tag mit allen Kindern in die Kita-Baracke umgezogen sind", blickte die Schulleiterin zurück. Sehr viel verändert habe sich inzwischen. "Wir sind eine naturnahe Schule. Das spiegelt auch das Farbkonzept wider mit Farbtönen von Grün über Gelb, Orange bis Rot." Auch der Schulgarten gehöre dazu mit dem Insektenhotel, das der Verein der Natur- und Waldfreunde der Schule zur Verfügung gestellt habe und das auch schon gut angenommen werde.

Vervollständigt solle die neue Einrichtung noch durch ein Computerkabinett werden, kündigte Carola Rosenmüller weiterhin an.

Auch Elbe-Pareys Bürgermeisterin Jutta Mannewitz begrüßte die Gäste an diesem Tag. "Wir freuen uns, das neue Grundschulzentrum im Güsener \'Garten der Generationen\' einweihen zu können. Ich sehe hier auch alle Generationen", sagte sie.

Jutta Mannewitz blickte noch ein bisschen weiter zurück: Im Jahr 1983 ist dieses Gebäude fertiggestellt und als "Polytechnische Oberschule" eröffnet worden. Nach der Wende gab es hier unter einem Dach Grundschule und Gymnasium, letzteres schließlich als Außenstelle von Genthin. Als das Gymnasium ausgezogen war, reagierte man in Elbe-Parey vorausschauend: Hier in Güsen wurde das Grundschulzentrum Elbe-Parey eingerichtet, nachdem erst die kleine Ferchländer und dann auch die Pareyer Grundschule geschlossen worden war.

"Bereits 2007 haben wir begonnen, das Grundschulzentrum zu sanieren", berichtete Jutta Mannewitz. Die vorangegangenen Maßnahmen freilich waren klein im Vergleich zu dem, was im vergangenen Jahr passiert ist. 2,1 Millionen Euro habe alles zusammen gekostet, davon 1,5 Millionen Fördermittel und stolze 600 000 Euro Eigenmittel aus dem Haushalt der Gemeinde Elbe-Parey. "Beteiligt waren 40 Handwerksbetriebe, außerdem Planer Rainer Linnecke, die Ingenieurbüros Willmann/Brandenburg und Breitmeier/Burg sowie Bauamtsleiterin Gabriele Panzlaff."

Ein gutes Miteinander sei es gewesen während der Sanierungsphase, betonte die Bürgermeisterin. Sie dankte Eltern, Großeltern, Vereinen, der Schulleiterin mit ihrem Team und den Schülern, die mitgewirkt haben, dass die Umzüge so gut vonstatten gingen, oder auf andere Weise mithalfen.

Nach der Eröffnung in der neuen, hellen und freundlichen Pausenhalle, umrahmt von den Güsener Jagdhornbläsern, hatten die Gäste die Möglichkeit, alle Räume des Schulgebäudes anzuschauen. In der Aula führten Schüler der 3. und 4. Klassen mehrmals ein Programm auf - bestehend zum Teil aus dem Programm vom Europatag in Parey und vom Programm, das bei der Einschulung aufgeführt werden wird. In verschiedenen Räumen gab es zudem Angebote: Im Werkraum zum Beispiel konnte gebastelt werden, im Eingangsbereich zum Schulgarten hin gab es "Obst- und Gemüse-Rätsel" und "-Memory", oben im neuen Bibliotheksraum waren ältere Bücher ausgesondert worden und konnten für jeweils einen Euro erworben werden.

Natürlich war auch die Versorgung gesichert: Es wurde gegrillt, der Eiswagen vom Elbauenhof war vor Ort und auch die Johanniter, Träger des Horts, hatten einen kleinen Imbissstand für die Gäste.

 

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