Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Ditfurt hat sich als eine denkwürdige Veranstaltung entpuppt. Gut zweieinhalb Stunden tagten die Kameraden mit ihren Gästen und wählten eine neue Orts-Wehrleitung. Der langjährige Chef, Helmut Müller, übergab den Staffelstab an Aiko Engelbrecht.

Ditfurt l Es gab viel zu bereden bei der Hauptversammlung der Ditfurter Feuerwehr. So war es kein Wunder, dass sich die Veranstaltung im Versammlungsraum der Kameraden über zweieinhalb Stunden hinzog. Einen Großteil des Abends nahm der Abschied von Helmut Müller als Wehrleiter in Anspruch.

Müller zog ein ausführliches Resümee des Vorjahres und blickte noch einmal auf seine 18-jährige Dienstzeit als Wehrleiter zurück. Er sparte weder mit Lob noch mit Kritik. Dankesworte für seine Leistungen gab es reichlich von den zahlreichen Gästen. Ob Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Ute Pesselt (Buko), Brandamtsrat Jörg Kelle, Bürgermeisterin Rena Jüngst (parteilos) oder die Ditfurter Wehrleute, alle fanden anerkennende Worte für den scheidenden Leiter der Wehr. Der gab den Staffelstab an seinen Nachfolger Aiko Engelbrecht weiter. Der bisherige Stellvertreter kann sich Müllers Unterstützung sicher sein, denn dieser bleibt weiter Mitglied der Ditfurter Wehr. Den Posten als Stellvertreter besetzt zukünftig Steven Geise, der sich bei der Wahl gegen Mirko Engelbrecht durchsetzen konnte.

Als echte Überraschung erwies sich der Auftritt des Spielmannszuges aus Heteborn, der nach dem Ende der Sitzung in den Raum marschierte und ein Ständchen für Helmut Müller vortrug. Das beeindruckte den gestandenen Feuerwehrmann sichtlich, der Tränen der Rührung kaum unterdrücken konnte. Geschenke gab es für Müller ebenfalls. Eine ganz persönliche Wandzeitung, die seine Kameraden mit ihm bislang unbekannten Bildern gestaltet hatten, freute ihn besonders. "Ich danke allen Gratulanten herzlich", äußerte er beeindruckt. "Die neue Wehrleitung kann sich meiner Unterstützung sicher sein."

"Künftig sollten wir an die Gründung einer Kinderfeuerwehr denken."

Helmut Müller, Freiwillige Feuerwehr Ditfurt

Müller legte die Verantwortung für die 67 Mitglieder starke Ditfurter Wehr ohne große Bedenken in die Hände seines Nachfolgers. Er schätzte ein, dass Aiko Engelbrecht und Steven Giese die Voraussetzungen mitbringen, ihre Ämter verantwortungsvoll wahrzunehmen.

In seinem Fazit zum Jahr 2013 kam er zu dem Schluss, dass die Feuerwehr zwar im Augenblick gut aufgestellt sei, in der Zukunft aber mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen hätte. "Das ergibt sich schon allein aus dem Fakt, dass die Grundschule geschlossen werden musste", erklärte er. "Künftig sollten wir an die Gründung einer Kinderfeuerwehr denken."

Positive Signale bekamen die Ditfurter noch an diesem Abend von der Feuerwehr aus Wegeleben, die ebenfalls die Einführung einer Kinderwehr ins Auge gefasst hat. Eine Zusammenarbeit mit benachbarten Wehren hatte Müller in seiner Rede bereits vorgeschlagen.

"Die Zahl der Einsätze hat sich 2013 um sechs im Vergleich zum Vorjahr erhöht", verkündete der scheidende Wehrleiter. "Insgesamt mussten wir 24 mal ausrücken, darunter waren zehn Brände." Allein viermal waren die Kameraden auf dem Reiterhof am Ortsausgang nach Wegeleben im Einsatz. Im Schnitt waren 15 bis 16 Wehrleute im Einsatz. Positiv sah Müller die absolvierte Ausbildung, 4725,5Stunden kamen für die Ditfurter zusammen. Das waren 700 Stunden mehr als im davor liegenden Jahr. Allerdings gebe es nach seiner Meinung immer noch Reserven

Müller verwies auf die Ende des vergangenen Jahres erfolgte Dachsanierung im Bereich der Sozial- und Büroräume. Er kritisierte noch einmal den Marathon bei der Beschaffung von Ausrüstung wie Helmen und neuen Atemschutzmasken. "Ich wünsche mir, dass bei ähnlichen Gelegenheiten zeitnahe Gespräche mit der Verbandsgemeinde-Wehrleitung auf dem kurzen Dienstweg erfolgen", formulierte Helmut Müller. Informationen zu dem für Ditfurt noch in diesem Jahr, im Rahmen einer Ersatzbeschaffung vorgesehenen Löschfahrzeug, hält er für wünschenswert.

Darüber hinaus kritisierte er, dass aus dem Haushalt der Verbandsgemeinde nicht ersichtlich sei, welche Gelder den einzelnen Wehren zur Verfügung stünden. Das erklärte Ute Pesselt mit der erst neu eingeführten doppelten Haushaltsführung. Gleichzeitig versprach sie, den Stand der Verhandlungen mit Quedlinburg, die derzeit wegen einer Absprache zur gegenseitigen Hilfeleistung laufen, zu erkunden.

Bilder