Die Hausneindorfer Wehr hat ihren 120. Geburtstag mit einem zweitägigen Fest auf der Burg gefeiert. An beiden Tagen kamen zahlreiche Besucher zu den Veranstaltungen.

Hausneindorf l Eine Feuerwehr-Großübung, an der fünf Ortswehren der Verbandsgemeinde Vorharz teilgenommen haben (Volksstimme berichtete), eröffnete die Feierlichkeiten. "Das war ein un gewöhnlicher Einstand", berichtete Uwe Fabian, der Wehrleiter der Hausneindorfer. "Wir haben unseren Besuchern aber einmal dargestellt, wie unsere Einsätze ablaufen können. Die Kameraden aus den anderen Orten haben ihre Sache sehr gut gemacht." Die Besucher seien voll des Lobes für die Mitglieder der Feuerwehr gewesen.

"Der Spielmannszug aus Wedderstedt ist gleich nach der Übung mit klingendem Spiel über den Hof gezogen und hat damit den gemütlichen Teil eingeleitet", erklärte Fabian weiter. Im Saal der Burg sammelten sich schon bald die Gäste des Festes, um noch einmal den eben erlebten Einsatz auszuwerten. Derweil suchten sich die Kinder andere Beschäftigungsmöglichkeiten. Die evangelische Sekundarschule Hedersleben und die örtliche Kindertagesstätte "Pfiffikus" hatten einen Mal- und Bastelstand aufgebaut, an dem schon bald Hochbetrieb herrschte. Besonders die Mädchen fanden Gefallen daran, Figuren zu bemalen oder sich beim Kinderschminken das Gesicht verschönern zu lassen.

Noch ganz gefangen von den Eindrücken waren Odin (sechs Jahre alt) und Vivian (4). Die beiden kletterten in ein Feuerwehrauto aus Holz und spielten das Geschehen nach. Uwe Fabian bemerkte dies schmunzelnd und sagte: "Die beiden könnten durchaus einmal zu unserem Nachwuchs gehören. Früh übt sich, wer ein richtiger Feuerwehrmann werden will."

Neues Einsatzfahrzeug wird übergeben

Pünktlich um 15 Uhr eröffneten Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Ute Pesselt (Buko) und die Bürgermeisterin der Selke-Aue-Gemeinde, Sabine Friebus (parteilos) das Fest. Dabei erhielt Uwe Fabian die Schlüssel des neu in Dienst gestellten Mannschaftstransportfahrzeuges und einen Pokal, der den Schutzheiligen der Feuerwehren, St. Florian, darstellt.

Während sich die jüngeren Gäste auf der Hüpfburg tummelten und Fahrten mit einem Feuerwehrauto unternahmen, ließen sich die Erwachsenen Kaffee und Kuchen schmecken. Diesen hatten die Frauen aus dem Ort eigens für das Jubiläum gebacken. Um 18 Uhr wurde das Spanferkel angeschnitten und die Hausneindorfer Jagdhornbläser sorgten für die musikalische Untermalung. Da die Band "Anett Friends" aus Dresden schon beizeiten eingetroffen war, begann der Tanzabend vorfristig. "Wir haben bis in die frühen Morgenstunden gefeiert", sagte Uwe Fabian. "Ich selber habe dann eine kurze Nachtwache gehalten und dabei schon einmal den Saal gefegt."

Ein Frühschoppen, der sich bis zum Nachmittag hinzog, beendete das Jubiläum. Auch an diesem Sonntag ließ sich kein Vertreter des Landkreises Harz auf der Burg sehen, um eine Ehrungsurkunde zu übergeben. "Abgesprochen war das eigentlich", wusste Fabian. "Das hat uns etwas traurig gemacht. Für uns stehen in den nächsten Wochen noch das Spielplatzfest und der ,Tag der Regionen` an. Da ist die Feuerwehr natürlich auch vertreten." Die Wehrleute freuten sich über insgesamt etwa 450 Besucher an beiden Tagen. "Das motiviert uns, weitere Feste auszurichten", sagte Fabian abschließend. "Solange die Einwohner kommen, macht uns das auch Spaß."

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