Statt auf die klamme Stadtkasse, setzen Klein Quenstedter Eltern auf Eigeninitiative. Sie haben den Spielplatz im Ort neu gestaltet.

Klein Quenstedt l Der Spielplatz der Kindertagesstätte "Kunterbunt" in Klein Quenstedt bot in den vergangenen Monaten ein trauriges Bild. Eine Neugestaltung ließ der städtische Haushalt jedoch nicht zu. "Wenigstens den Sand wollten wir aber erneuern lassen", erinnerte Sabrina Czaja vom Elternkuratorium.

Dabei stellte man fest, dass einige Spielgeräte nicht mehr standsicher waren und entfernte sie aus Sicherheitsgründen. Das Kuratorium schmiedete nun den Plan, das Freigelände etwas umzugestalten und einen festen Weg anzulegen, damit sich die Kinder mit ihren Rollern und Laufrädern besser bewegen können.

Die Stadtverwaltung sagte den Kauf der passenden Pflastersteine zu, und die Baufirma, die die Klein Quenstedter Hauptstraße sanierte, spendierte den Sand. Am ersten Oktober-Wochenende griffen zahlreiche Väter zum Handwerkszeug und bauten den Spielplatz in Eigeninitiative um. "Dabei unterstützten uns die Unternehmer Horst Günter Bayer, Normen Mues und Felix Kästner besonders", berichtete Bianca Rückwoldt, Vorsitzende des Elternkuratoriums.

"Nun ist ein Mammutprojekt geschafft", sagte die leitende Erzieherin Bettina Wenig bei der feierlichen Übergabe sichtlich erfreut. Ein Jahr lang habe das Elternkuratorium geplant, Kostenvoranschläge eingeholt und Material besorgt. "Eine bewundernswerte Initiative", lobte Andreas Karger von der Stadtverwaltung. "Das war nur möglich, weil hier alle an einem Strang ziehen."

34 Kinder werden gegenwärtig in der Einrichtung, die sich wegen ihres dörflichen Charakters großer Beliebtheit erfreut, betreut. 1994 wurde im Haus nach einem Schornsteinbrand renoviert, vor Kurzem wurde der Krippenraum saniert. Jetzt müsste noch das alte Stallgebäude hergerichtet werden, um dort Material unterbringen zu können. Mit der Spielgeräteausstattung ist das vierköpfige Erzieherteam zufrieden. "Aber falls jemand die Einrichtung zu Weihnachten unterstützen will, kann er sich gern an der Ausstattung des Spielplatzes beteiligen", sagte Wenig.

Bevor mit dem symbolischen Scherenschnitt der Spielplatz freigegeben wurde, zeichneten die Erzieher die aktivsten Väter mit einer selbst gemalten Urkunde aus. Zu ihnen gehörten Swen Neumann und Steffen Czaja, die viel Freizeit in die Pflasterung des neuen Weges investiert hatten. Ein Dankeschön erhielten die Organisatoren Sabrina Czaja und Bianca Rückwoldt. "Die Eltern haben vorgemacht, was man in vier Wochen bewegen kann", so Andreas Karger. Ohne sie wäre das Projekt nicht möglich gewesen. Die Jüngsten bedankten sich mit einem Ständchen bei den Eltern für ihr Engagement. Bei Kaffee und Kuchen tauschte man sich anschließend über die Aktion aus und besprach neue Vorhaben.

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